Inhaftierte Journalisten für Standfestigkeit und Mut ausgezeichnet

Wien (OTS) - Pressefreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung muss in manchen Ländern noch beträchtlich gestärkt werden. Immer wieder werden kritische und investigative Reporter bedroht, verfolgt und verurteilt. Um diese Missstände aufzuzeigen, zeichnete Reporter ohne Grenzen Österreich in diesem Jahr erstmals zwei inhaftierte Journalisten mit dem Presse Freedom Award aus. Anerkennungen gibt es für eine armenische Journalistin und die Zeitung "Batumelebi" aus Georgien.

Mutiger und unabhängiger Journalismus ist die Grundlage für Freiheit und Demokratie. Um den unabhängigen Journalismus in Ost- und Südosteuropa zu fördern, verleiht Reporter ohne Grenzen Jahr für Jahr den "Press Freedom Award - Signal für Europa" an kritische und investigative Journalisten. "Der Pressefreiheitspreis dient als Aufbauarbeit in Sachen Demokratiebewusstsein und soll Journalisten ermutigen, ihre aufrechte Gangart im Sinne der Menschenrechte und Pressefreiheit beizubehalten", erklärt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen, die Ziele des Pressefreiheitspreises. "Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Award soll den Journalisten aber nicht nur Mut machen, sondern auch eine finanzielle Hilfestellung für sie und ihre Familie sein".

Die Preisträger wurden auch heuer nach drei Kriterien ermittelt. "Die Jury bewertet zum einen die journalistische Qualität der Beiträge, die Relevanz der behandelten Themen für die Gesellschaft und den persönlichen Mut der Journalisten", führt Albert Rohan, Sprecher der Jury und früherer Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums aus.

Kriminalisierung von Journalisten kein Einzelfall

In diesem Jahr wurde von Reporter ohne Grenzen erstmals zwei inhaftierte Journalisten mit dem Press Freedom Award ausgezeichnet. Auf Vorschlag des OSCE-Medienbeauftragten Miklos Haraszti wählte die internationale Jury die Journalisten Eynulla Fatullayev und Ganimat Zahidov, beide aus Aserbaidschan, zu den diesjährigen Gewinnern. Haraszti begründet die Entscheidung der Jury: "Die beiden Reporter aus Aserbaidschan wurden für ihre Standhaftigkeit und ihren Mut als kritische und investigative Journalisten ausgezeichnet." Beide Journalisten wurden bereits mehrmals von der Regierung verfolgt und angeklagt. Nun wurden die beiden Männer zum einen wegen Anstiftung zu Terror und Steuerhinterziehung und zum anderen wegen Hooliganismus verurteilt. Haraszti: "Immer öfter sind wir damit konfrontiert, dass Journalisten offiziell nicht aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit verurteilt werden, sondern dass sonstige Anklagepunkte konstruiert werden. So verhält es sich auch mit den beiden Preisträgern. Damit versucht man Journalisten sozusagen auf Umwegen zu kriminalisieren, um formal nicht mit dem Gebot der Pressefreiheit in Konflikt zu geraten."

Kritische Armenien-Analyse

Neben den beiden Auszeichnungen wurden 2009 auch zwei Anerkennungen vergeben. Die erste ging an die junge Journalistin Marianna Grigoryan aus Armenien. Sie konnte die Jury mit ihrer mutigen Analyse ihres Heimatlandes überzeugen. Die Armenierin, eine erfahrene Reporterin, arbeitet seit Jahren im Journalismus und hat sich auf die Themen Umweltpolitik, Gesundheit und Soziales spezialisiert.

Anerkennung für Gerichtsreportagen in Georgien

Die zweite Anerkennung erhielt das georgische Medium Batumelebi. Batumelebi (übersetzt: Menschen von Batumi) ist eine unabhängige und innovative Wochenzeitung. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte sie sich von einer regionalen Zeitung zu einem nationalen Medium, die einen wichtigen und überaus professionellen Beitrag für die georgische Medienlandschaft leistet und ein Musterbeispiel für Pressefreiheit, journalistische Grundsätze und Mut ist. "Die Zeitung wurde für die Veröffentlichung detaillierter Gerichtsreportagen über Verbrechen an Frauen und Folterung von heimkehrenden Soldaten ausgezeichnet", so Rohan.

Über Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG)

Reporter ohne Grenzen Österreich setzt sich weltweit für die Medienfreiheit und Freiheit der Reporter ein und unterstützt bei Inhaftierung und Ermordung deren Familien. Die unabhängige Organisation mit Sitz in Paris, Niederlassung in Österreich und mehr als hundert Korrespondenten in aller Welt fordert aktiv den Respekt vor den Menschenrechten und beruft sich auf den Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Die Freiheit zu informieren und informiert zu werden. 2007 erhielt Reporter ohne Grenzen den Dr. Karl Renner-Preis.

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