Schatz zu Jugendarbeitslosigkeit: Maßnahmen der Regierung reichen nicht aus

Reform der Lehrlingsausbildung dringend erforderlich

Wien (OTS) - "Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt trotz der versprochenen Ausbildungsgarantie der Regierung ein Problem. Momentan werden überbetriebliche Auffangbecken geschaffen, die der Statistik gut tun. Ob sie aber wirklich mittelfristig das Beste sind, um jungen Leuten mit Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt Chancen zu bieten, ist zu bezweifeln", kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die heute veröffentlichten Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit.

Rund zehn Prozent aller Jugendlichen verlassen jährlich das Schulsystem ohne Pflichtschulabschluss und fünfzehn Prozent aller Lehrlinge schaffen den Lehrabschluss nicht. "Anhand dieser Zahlen sieht man, dass es hier Probleme gibt, die mit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise kaum etwas zu tun haben, sie liegen bereits in unserem Bildungssystem - inklusive Lehrlingsausbildung. Solange in der grundlegenden Schulbildung und der dualen Ausbildung nicht Reformen durchgebracht werden, die jungen Menschen gute Startchancen ins moderne Berufsleben ermöglichen, helfen auch Ausbildungsgarantien nicht viel", so Schatz.

Sicher seien Akutmaßnahmen in der Krise nicht abzulehnen, trotzdem dürfe es nicht bei der oberflächlichen Symptombekämpfung bleiben. "Die Zahl der von Betrieben angebotenen Lehrstellen ging in den letzten Jahren laufend zurück. Zur Gegensteuerung werden jährlich neue Förderungen und Programme erfunden, statt grundsätzlich die jetzige Form der dualen Ausbildung zu reformieren. Weder Betriebe noch junge Menschen sind mehrheitlich mit der jetzigen Situation zufrieden. Es braucht hier neue Wege, die den Jungen eine breitere Ausbildung für flexible Berufsverläufe ermöglicht, die Betriebe finanziell entlastet und höhere Qualitätsstandards bei der betrieblichen Ausbildung garantiert", schließt Schatz.

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