Illegaler Gentech-Leinsamen in Österreichs Backwaren

Greenpeace fordert lückenlose Aufklärung von Gesundheitsminister Stöger

Wien (OTS) - Recherchen von Greenpeace haben ergeben, dass aus Kanada stammende Lieferungen von mit Gentechnik verunreinigtem Leinsamen auch in Österreich auf den Markt gelangt sind. Dieser Leinsamen ist in Europa nicht zugelassen und somit illegal im Verkauf. Er kann zum Beispiel in Backwaren oder auch in Müsli enthalten sein. Das Gesundheitsministerium nimmt derzeit zwar Proben, hat aber angekündigt, die betroffenen Produktnamen nicht publik zu machen.

"Über neunzig Prozent der österreichischen Bevölkerung lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab", ruft Greenpeace-Sprecher Philipp Strohm in Erinnerung. "Wenn das Ministerium also illegale Gentechnik in Lebensmitteln findet, haben die Menschen das Recht zu erfahren, in welchen Produkten genau. Und deshalb verlangen wir von Gesundheitsminister Stöger auch, die vorliegenden Testergebnisse zu veröffentlichen - alle Produktnamen inklusive", lautet die Forderung von Greenpeace.

Der aus Kanada stammende Leinsamen - mit dem offiziellen Namen "CDC Triffid" - ist im gesamten EU-Raum nicht zugelassen. Sogar in Kanada selbst wurde der betroffenen Sorte bereits 2001 die Zulassung entzogen. Wie es nun dazu kommen konnte, dass er acht Jahre später Lieferungen nach Europa verunreinigt, ist bislang noch völlig unklar. "Dieser Fall zeigt vor allem eines: Wird Gentechnik einmal in die Natur ausgebracht, kann sie einfach nicht mehr kontrolliert werden", kommentiert Greenpeace-Sprecher Strohm den Vorfall.

Ursprung des Gentech-Leinsamens dürften die Versuchsfelder der Universität von Saskatchewan in Kanada sein. Dort wurde der Pflanze mittels Gentechnologie eine Resistenz gegen ein Spritzmittel von "DuPont" eingebaut und anschließend wurde sie auf Testfeldern ausgebracht. Der Grund dafür war, dass viele Böden bereits mit dem Spritzmittel von "DuPont" verunreinigt waren und somit ein Anbau von Leinsamen unmöglich wurde. Die eingebaute Resistenz gegen das Spritzmittel sollte das Problem lösen und den Anbau wieder möglich machen.

"Die Gentech-Industrie versuchte ganz offensichtlich, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Und die Rechnung dafür sollen jetzt die Konsumenten zahlen", protestiert Strohm. "Das Gebot der Stunde muss hingegen Transparenz heißen: Nimmt das Gesundheitsministerium nämlich schon einmal Steuergelder für Tests in die Hand, dann haben wir Konsumenten auch das Recht, über diese Ergebnisse informiert zu werden", so Strohms abschließende Forderung.

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Mag. Philipp Strohm, Greenpeace CEE
Tel.: 0664-6126721

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