Flucht oder Angststarre auf der Tiermesse Exotika

VIER PFOTEN: Exoten passen nicht in Plastikboxen und Menschenhände

Wien (OTS) - St. Pölten, 27. September 2009: Ein Team von VIER PFOTEN hat die Tiermesse Exotika besucht und unhaltbare Zustände dokumentiert. Ein Großteil der ausgestellten Tiere versuchte fortwährend aus den kleinen Präsentationsboxen zu entkommen oder vegetierte ohne Rückzugsmöglichkeiten in ständiger Angststarre. Trotz Prüfung der Verkaufsstände durch den Veranstalter fanden sich oft sogar nach dem Gesetz völlig inakzeptable Bedingungen. Aber auch wo die gesetzlichen Mindestanforderungen eingehalten wurden, reichten sie leider nicht aus um die exotischen Reptilien, Insekten und Säuger hinreichend zu schützen.

Zahllose Tiere waren in endlosen Reihen und Stapeln in kleinen Plastikboxen aneinander gereiht. Oft waren die Behälter nur unwesentlich größer als die Tiere selbst. Verstecke oder Beschäftigungsmaterial fehlte für einen Großteil der Tiere gänzlich. Zahllose Spinnen und Echsen saßen in blanken Plastikboxen ohne jegliche Einstreu. Ihnen wurde sogar das häufig als einziges Inventar gewährte Stück Küchenrolle vorenthalten. Wenn sie vorübergehend aus ihren Boxen entlassen wurden, dann direkt in die tastenden Hände potentieller Käufer. Weißbauchigel, die vor neugierigen Kinderhänden in spärliche Verstecke flüchten wollten, wurden dauernd wieder heraus gezerrt und herumgereicht. Schildkröten saßen oft in Boxen ohne Trinkwasser und Unterschlupf.

In Verkaufsgesprächen wurde nicht geprüft, ob potentielle Käufer die Tiere auch nur annährend versorgen können. Allen ist es möglich spontan exotische Tiere in einer Plastikbox mit zu nehmen. Ob den gekauften Tieren später passende Terrarien oder wenigstens eine artgerechte Ernährung zur Verfügung stehen würde, war offenbar nicht die Sorge der Anbieter. Auch über die Meldepflicht von Tieren in Österreich wussten viele Aussteller "leider" nicht Bescheid.

Viele Aussteller aus Ungarn, Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei, Holland und Österreich fahren pausenlos von Messe zu Messe. Dabei bleiben die meisten Tiere mit samt ihren kleinen Präsentationsboxen in großen, dunklen Transportbehältern und werden nur am Verkaufsstand ans Licht geholt. Die Tortour wiederholt sich für die Tiere an unzähligen Veranstaltungsorten in verschiedenen Ländern.

Johanna Stadler-Wolffersgrün von VIER PFOTEN fasst zusammen: "Aus Tierschutzsicht sind Messen wie die Exotika inakzeptabel, da weder das Wohlergehen auf Verkaufsausstellungen, noch eine angemessene Unterbringung danach sicher gestellt werden kann, WahreTierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause." VIER PFOTEN fordert den Gesetzgeber auf Tiermessen zu verbieten und bloß noch die Haltung jener Exoten zuzulassen, die wissenschaftlich fundiert als dafür geeignet in eine Positivliste aufgenommen wurden.

Rückfragen & Kontakt:

Franz Gratzer
franz.gratzer@vier-pfoten.org
Tel:++43 1 895 02 02 - 32

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPF0001