• 29.09.2009, 09:00:00
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  • OTS0019 OTW0019

Gesamtwirtschaftliche Effekte der Konjunkturbelebungsmaßnahmen

Wien (WIFO) - Auch Österreich ist von der Finanz- und
Wirtschaftskrise betroffen, wenngleich etwas weniger stark als der
Durchschnitt der Länder im Euro-Raum. Im Gleichklang mit den
internationalen Bemühungen zur Stützung der Nachfrage beschloss die
österreichische Bundesregierung neben Maßnahmen zur Stabilisierung
des Bankensektors umfangreiche Pakete zur Abfederung des
Konjunktureinbruchs, die nun schrittweise umgesetzt werden.

Die Maßnahmen umfassen die Konjunkturpakete I und II sowie die von
2010 auf 2009 vorgezogene Steuerreform und können vereinfacht den
folgenden Kategorien zugeordnet werden:

- Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen (kumuliert 2009 und
2010: 1.435 Mio. Euro),

- Senkung der Finanzierungskosten der Unternehmen (2.080 Mio. Euro),

- Erhöhung der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte (5.953
Mio. Euro),

- Erhöhung des öffentlichen Konsums und der Subventionen (370 Mio.
Euro).

Zusammen machen die beiden Konjunkturpakete und die Steuerreform
3,5% des nominellen BIP von 2008 aus (davon vorgezogene Steuerreform
2,1% des BIP von 2008). Einschließlich der Maßnahmen der
Bundesländer, die jene des Bundes um eigene Konjunkturpakete
ergänzen, wenden die öffentlichen Haushalte in Österreich zur
Konjunkturstabilisierung 4,2% des BIP von 2008 auf. Damit zählt
Österreich zu jenen Ländern, die relativ zur Wirtschaftsleistung
einen umfangreichen Konjunkturimpuls setzen.

Modellberechnungen zeigen, dass der konjunkturbedingte
Wachstumseinbruch in Österreich in den Jahren 2009 und 2010 kumuliert
um 2,1% des realen BIP gedämpft wird. Knapp die Hälfte dieses
Impulses entsteht durch die auf der Bundesebene implementierten
Konjunkturpakete und die Steuerreform, 0,4 Prozentpunkte durch die
Maßnahmen der Bundesländer. 0,8 Prozentpunkte sind auf die
Konjunkturpakete der 10 wichtigsten Handelspartner Österreichs
zurückzuführen. Dieser Impuls sichert im Jahr 2009 23.500 und im Jahr
2010 kumuliert 41.500 Personen die Beschäftigung und dämpft den
Anstieg der Arbeitslosenquote im Jahr 2010 um 0,7 Prozentpunkte. Die
Inflation beschleunigt sich mäßig ausgehend von sehr niedrigem
Niveau.

Die große Chance in der Krise liegt darin, die ohnehin
erforderlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Realwirtschaft für
eine Tendenzwende in Richtung eines nachhaltigeren Entwicklungspfades
zu nutzen. Auf der Ausgabenseite der öffentlichen Haushalte betrifft
dies insbesondere Zukunftsinvestitionen in die Bereiche "grüne"
Technologien, Infrastruktur, Wissenschaft - Forschung und Entwicklung
- Innovation sowie Bildung. In 11 ausgewählten OECD-Ländern beträgt
der Anteil dieser Zukunftsinvestitionen an den gesamten
Konjunkturpaketen 38%, in Österreich nur knapp 30%. Dabei dominieren
die eher einer traditionellen Konjunkturpolitik zuzurechnenden
Infrastrukturinvestitionen, die im Durchschnitt der betrachteten
Ländergruppe mehr als die Hälfte, in Österreich aber 76% der
Zukunftsinvestitionen erreichen. Investitionen in die Bildung haben
einen durchschnittlichen Anteil von knapp einem Fünftel, in
Österreich von lediglich 4% der Zukunftsausgaben. Ausgaben für grüne
Technologien bzw. für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie
Innovation spielen mit durchschnittlich 13% bzw. 11% der
Zukunftsinvestitionen eine geringe Rolle; auch in Österreich
erreichen die Investitionen in grüne Technologien nur 17%, jene in
Wissenschaft, F&E, Innovation 3% der Zukunftsinvestitionen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
9/2009
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=36767&typeid=8&
display_mode=2)!

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Fritz Breuss, Priv.-Doz. Mag. Dr. Serguei Kaniovski, Dr. Margit Schratzenstaller
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-220, 231 oder 204 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected] [email protected], [email protected]

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