AGES zu Welt-Tollwuttag am 28. September 2009

Seit 30 Jahren keine Ansteckung mehr in Österreich

Wien (OTS) - Anlässlich des zweiten Welttollwuttages im Vorjahr
hat sich Österreich als frei von Tollwut erklärt. Der letzte Todesfall, bei dem die Ansteckung in Österreich erfolgte (Fuchsbiss), wurde 1979 in Kärnten verzeichnet. Weltweit infizieren sich aber immer noch rund 55.000 Menschen pro Jahr, meist durch den Biss eines Hundes. Nach dem Auftreten der ersten Symptome führt diese Viruserkrankung fast immer innerhalb von zehn Tagen zum Koma oder zum Tod.

Erhöhte Vorsicht ist bei Fernreisen in Länder mit einem erhöhten Tollwutrisiko geboten. Die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, berät daher die 28 benannten Impfstellen in Österreich, die eine postexpositionelle Tollwutbehandlung, das heißt eine Behandlung mit Immunglobulin nach einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier, durchführen dürfen.

Überwachung: 20.000 Untersuchungen pro Jahr

Überwacht wird das Auftreten der Tollwut in Österreich durch das AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling, das zugleich nationales Referenzlabor für Tollwut ist. Pro Jahr werden hier rund 20.000 Proben von Tieren und vereinzelt von humanen Verdachtsfällen analysiert.

Die Tollwutviren gehören zur Familie der Rhabdoviridae, Gattung Lyssavirus an. Insgesamt werden derzeit 7 verschiedene Tollwutvirus-Stämme (Genotypen) unterschieden. Der Erreger wird über große Mengen über den Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch den Biss infizierter Tiere. Die intakte Haut stellt eine Barriere dar. Ein Eindringen über Schleimhäute ist auch möglich.

Die Tollwut kann je nach Wirtstieren in drei unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Urbane Tollwut: Hunde bilden das Hauptreservoir und übertragen das Tollwutvirus auf andere Tiere und Menschen.
  • Silvatische Wut: Die durch Wildkarnivoren übertragene Tollwut.

Hauptreservoir in Europa ist der Rotfuchs, in Osteuropa zusätzlich der Marderhund. - Fledermaustollwut: Ein eigenständiges Infektionsgeschehen, steht nicht mit der silvatischen Wut in Zusammenhang. Bei Fledermäusen wurde das Tollwut-Virus in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Polen, der Schweiz und in den Niederlanden schon wiederholt nachgewiesen. In Österreich wurde die Fledermaustollwut bislang weder beim Menschen noch beim Tier festgestellt. In den Jahren 2006 bis 2008 wurden von der AGES 115 Fledermäuse auf Tollwut untersucht. Umfangreiche Informationen bietet der AGES-Folder "Tollwut-Vorbeugung: Vorsicht beim Umgang mit Fledermäusen" (Download unter www.ages.at).

Fachberatung für Ärzte

Die Inkubationszeit der Tollwut liegt im Schnitt bei zwei bis drei Monaten, kann aber auch zwei Wochen bis sechs Jahre betragen. Schutz bieten die aktive und passive Immunisierung; die neuen Impfstoffe sind gut verträglich. Die Tollwut-Beratungsstelle der AGES bietet fachliche Informationen für Ärzte und Patienten zur Tollwutsituation in Österreich und im Ausland, führt die österreichische Tollwut-Biss-Statistik und berät die vom Bundesministerium für Gesundheit benannten 28 Tollwut-Impfstellen zu Indikationen zur Tollwutimpfung nach Bissverletzungen durch ein wutverdächtiges Tier. Die Beratung am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien (Währingerstraße 25a, 1090 Wien) erfolgt an 365 Tagen im Jahr durch Human-/Veterinärmediziner (Montag bis Donnerstag 8 bis 16.30 Uhr; Freitag 8 bis 14 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertag 8 bis 12 Uhr, Tel.: 050 555-37111 aus ganz Österreich). In der restlichen Zeit besteht eine telefonische Notfallnummer (Portierloge mit Weiterleitung an Arzt): Tel: 050555-38112.

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze

Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung - interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.
Aktuelle Informationen können sie auch über den AGES-Newsticker beziehen.

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH

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E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at
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Fachlich:
Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger
Tel: 050 555-35500
E-Mail: franz.allerberger@ages.at

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