Wiener Katholisch-Theologische Fakultät auf Besuch im Vatikan

Dekan Jäggle: Gespräche mit Glaubens- und Bildungskongregation waren überaus konstruktiv und offen

Wien, 25.09.2009 (KAP) Eine Delegation der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien unter der Leitung von Dekan Prof. Martin Jäggle hat erstmals seit Jahrzehnten den Vatikan besucht. Die Gespräche mit hochrangigen Vertretern der vatikanischen Glaubens-und Bildungskongregation seien überaus konstruktiv und offen verlaufen, zog Jäggle im Gespräch mit "Kathpress" eine positive Bilanz über die erste offizielle Begegnung der Wiener Theologen mit den vatikanischen Stellen seit dem Jahr 1930. Damals sei die Verlängerung der Studiendauer für Fachtheologen von fünf auf sechs Jahre im Zentrum der Gespräche gestanden, diesmal ging es - so Jäggle - um die Implementierung des Bologna-Prozesses (Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens bis zum Jahr 2010) und um die Qualitätssicherung der theologischen Ausbildung.

Gesprächspartner waren Erzbischof Luis F. Ladaria SJ, der neue Sekretär der Glaubenskongregation, und der Präfekt der Bildungskongregation, Kardinal Zenon Grocholewski. In wesentlichen Punkten wie der Qualitätssicherung sei Übereinstimmung erzielt worden. Es werde u.a. keine "Verdoppelung" bei der Evaluierung des Fakultätsbetriebes durch europäisch-politische Instanzen einerseits und vatikanische andererseits geben, so Jäggle.

Einigkeit habe auch dahingehend bestanden, dass theologische Fakultäten "keine Außenstellen der Glaubenskongregation" sein können. Wohl aber entspreche es der Glaubensgrundlage dieser Fakultäten, die Dokumente des kirchlichen Lehramtes in Forschung und Lehre adäquat zu rezipieren.

Prof. Jäggle berichtete auch von seinem Eindruck, dass es für Mitarbeiter der vatikanische Zentralstellen offensichtlich keine Selbstverständlichkeit sei, mit Repräsentanten der ortskirchlichen Ebene in einen unmittelbaren Austausch zu kommen, "viele der Sachbearbeiter dort haben keine entsprechenden Gesprächspartner". Schon aus diesem Grund habe sich die Reise nach Rom gelohnt, sagte der Dekan der Wiener Fakultät. Erzbischof Ladaria - für Prof. Jäggle ein "herausragender Theologe" - soll schon bald zu einem Vortrag über Christologie nach Wien eingeladen werden.

Die Wiener Theologen-Delegation übereichte im Vatikan auch eine Festschrift, die anlässlich des 625-Jahr-Jubiläums der Katholisch-Theologischen Fakultät beim "Dies Facultatis" am 15. Oktober offiziell präsentiert wird. Geplant sind an diesem Tag eine Feier im Großen Festsaal der Universität Wien sowie eine Messfeier mit Kardinal Christoph Schönborn in der Schottenkirche. Mit einem "Goldenen Doktordiplom" wird der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl ausgezeichnet, der auch den Festvortrag über "die Herausforderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils für die Theologie" hält.

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