Sima zu Mochovce-Hearing: Zehn brisante Fragen an AKW-Betreiber

GLOBAL 2000, Greenpeace, Wiener Plattform gegen Atomgefahr und Wiener Umweltanwaltschaft: Sicherheitsmängel auf den Tisch"

Wien (OTS) - Zehn Fragen stellt Umweltstadträtin Ulli Sima an die Betreiber des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce beim heutigen Hearing in Wien. "Die Sicherheitsmängel im Atomkraftwerk nur 160 km von Wien entfernt sind dramatisch, Wien liegt in der Kernzone und ein atomarer Unfall hätte dramatische Folgen", so Sima. In Mochovce sollen die Blöcke 3 und 4 ausgebaut werden, mit Anlagenteilen aus den 80er Jahren, die nach dem Baustopp über 20 Jahre zwischengelagert wurden und nun eingebaut werden sollen. Gemeinsam mit GLOBAL 2000, Greenpeace und der Wiener Plattform gegen Atomgefahr konfrontiert Sima die AKW-Betreiber (SE - der slowakische Energieversorger, der mehrheitlich dem italienischen Energieversorger ENEL gehört) und die slowakischen Behörden mit den zentralen Fragen zur Sicherheit und erwartet sich klare Antworten: "Es geht um die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener und die Betreiber sind in vielen zentralen Fragen bislang jegliche Antwort schuldig geblieben", so Sima.

"Mochovce ist das zur Zeit gefährlichste Atomkraft-Projekt Europas. Bei diesem Risiko-Reaktor handelt es sich um einen so genannten "Technologiemix", bei dem russisches Design mit westlicher Technologie zusammen gestückelt wurde - viele der Hersteller existieren längst nicht mehr. Das ist eine Büchse der Pandora, aus der nur Katastrophen kommen können", so Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

"Der Bau von Atomkraftwerken ist keine ausschließlich nationale Angelegenheit und daher setzen wir uns dafür ein, dass die slowakische Regierung auch die österreichischen Sorgen ernst nimmt", versichert Lucia Szabova, Sprecherin des slowakischen Greenpeace-Büros anlässlich des heutigen Hearings.

Zehn Fragen zur Sicherheit an die Betreiber des AKW-Mochovce

Gemeinsam mit den NGO-Vetretern stellt Umweltstadträtin Ulli Sima zehn zentrale Fragen an die Betreiber des Atomkraftwerks:

1. Das AKW Mochovce hat keine Schutzhülle, das im Falle eines Unfalls den Austritt von Radioaktivität verhindert. Was ist die Alternative zum EU-weit üblichen Containment? 2. Wie erdbebensicher ist Mochovce? 3. Wie wurden die Anlagenteile nach dem Baustopp in den 80er Jahren eingemottet bzw. vor Rost und Wettereinflüssen geschützt und wie kann gewährleistet werden, dass die über 20jährige Lagerung der AKW-Teile zu keiner Beschädigung geführt hat? 4. Wie können Sie garantieren, dass der sogenannte "Bubble Condenser" genügend Sicherheitsreserven hat? 5. Wie garantieren Sie ausreichenden Brandschutz? 6. Wie können Sie garantieren, dass ein Reaktor des sowjetischen Typs WWER-440/213 den europäischen Sicherheitsstandards entspricht? 7. Wo wollen Sie den radioaktiven Müll endlagern? 8. Warum lassen Sie keine Besuche im AKW Mochovce zu? 9. Warum dürfen keine Foto- oder Filmaufnahmen gemacht werden? 10. Was haben Sie zu verbergen?

Einspruch noch bis zum 6. Oktober möglich

Bis zum 6. Oktober läuft noch die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung, bei der alle Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit haben, ihren persönlichen Einwand zu deponieren. "Wir haben an alle Haushalte Einwendungskarten geschickt und hoffen auf hohe Beteiligung", so Sima. Die UVP sei die stärkste "Waffe" im Kampf gegen den geplanten Weiterbau. Eine Studie des österreichischen Ökologieinstituts belegt die dramatischen Sicherheitsdefizite, selbst für die EU-Kommission gibt es viele ungeklärte Fragen.

Alle Infos zur Einwendungskampagne mit Unterschriftenlisten zum Download auf www.natuerlich.wien.at . (Schluss) vor

Achtung: Zu dieser Meldung ist demnächst eine Bildberichterstattung geplant. In einer OTS-Aussendung wird auf die online-Abrufbarkeit noch hingewiesen.

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