- 25.09.2009, 12:13:43
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Hebammenzentrum feiert "mit Bauchschmerzen" 20jähriges Bestehen
Gebäudeerweiterung zum Jubiläum - Aktuelle Geburtstrends erschweren Arbeit der Hebammen - Ultraschall und Technik verdrängen "traditionelles Wissen"
Wien (OTS) - Für Bezirksvorsteherin Martina Malyar ist das
Hebammenzentrum in der Lazarettgasse 6 "das Kompetenzzentrum in
Sachen Geburten in Wien", für viele Schwangere sind die 33 dort
arbeitenden freien Hebammen hilfreiche Begleiter durch diese wichtige
Lebensphase. Bei einem Mediengespräch am Freitag zogen die
Betreiberinnen eine zwiespältige Bilanz: Hausgeburten sind weiterhin
selten, der verpflichtende Besuch einer Hebamme mittels
Mutter-Kind-Pass ist kürzlich wieder gescheitert, die Beratungen vor
Ort und das Angebot laufen dennoch gut. Laut einer Untersuchung
nehmen vor allem gut gebildete Frauen das Hebammenzentrum in
Anspruch.
Um die 250 Frauen bringen via Hausgeburt ihre Kinder in Wien zur
Welt. Eine Minderheit, angesichts der 17.000 Geburten pro Jahr in
Wien. Für Renate Grossbichler vom österreichischen Hebammengremium
unterliegt die Geburt gesellschaftlichen Trends. War vor 20 Jahren
das Schlagwort der "sanften Geburt" in vieler Munde, also die
möglichst technikfreie "natürliche" Geburt, so würden heute
Organscreening, Ultraschall, Triple Test, Kaiserschnitt und
schmerzlose Epidural-Angebote stark nachgefragt werden. "In den
Kreissälen wird es immer leiser", steht in der druckfrischen
Jubiläumszeitschrift irgendwo zu lesen: Für viele Wiener Hebammen
eine mit Skepsis verfolgte Beobachtung.
Das umfangreiche Angebot des Hebammenzentrums erstreckt sich von
der Familienberatung und Geburtsvorbereitungskursen bis hin zur
Begleitung schwangerer Frauen ins Krankenhaus oder zur Entbindung zu
Hause. Für die Hebammen Karin Lawugger und Heide Achter geht es
darum, den Frauen möglichst hilfreich beizustehen und für sie den
"passenden Ort der Niederkunft" zu finden. Sie selbst sind starke
Befürworter der Hausgeburt, wie auch der Selbstbestimmung der Frauen.
Gemäß einer Studie, bei der 110 Personen ausführlich zum Service des
Zentrums befragt wurden, wird das Angebot von der gut ausgebildeten
Mittelschicht aufgesucht. Ein Viertel hatte die Matura, zwei Drittel
verfügen über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss.
Zusammen mit der Bezirksvorstehung Alsergrund will man sich bemühen,
den Adressatenkreis zu erweitern.
Seit 2008 ist das Zentrum offiziell anerkannte Ausbildungsstätte
für HebammenstudentInnen. Die Ausbildung zur Hebamme kann man in Wien
am Campus Wien in Favoriten absolvieren, sie dauert sechs Semester
(www.fh-campuswien.ac.at/studium/gesundheit/ ).
Bis heute Abend sind die Türen des Hebammenzentrum für alle
Interessierten weit geöffnet. Bei freiem Eintritt steht neben
diversen Vorträgen - darunter etwa der Vortrag der Historikerin
Gabriele Sorgo über "Gebären in einer Konsumgesellschaft" (gegen
17.00 Uhr) -das vielfältige Angebot des Zentrums im Mittelpunkt: Von
der richtigen Babymassage über die Vorteile des Tragetuchs und das
Wöchnerinnenturnen bis zu Tipps für windelfreie erste Lebensjahre.
o Hebammenzentrum (9., Lazarettgasse 6/2/1)
www.hebammenzentrum.at
Telefon: 408 80 22
(Schluss) hch
Rückfragehinweis:
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