- 25.09.2009, 08:00:13
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Ende einer Ära: Das alte Vorarlberger Landesmuseum schließt am 4. Oktober 2009 seine Pforten
Bregenz (OTS) - Im Rahmen einer Festveranstaltung schließt am
Abend des 4. Oktober 2009 um 20 Uhr das alte Vorarlberger
Landesmuseum endgültig seine Tore. Für Tobias G. Natter, Direktor des
Museums, passiert das Museum damit einen denkwürdigen Meilenstein.
Der Weg wird frei für das neue Landesmuseum.
Das VLM Neu
Einen Grundsatzbeschluss zur inhaltlichen und baulichen
Neugestaltung des Museums hat die Vorarlberger Landesregierung im
März 2007 gefasst. Aus dem europaweit ausgeschriebenen
Architekturwettbewerb ging das Architekturbüro cukrowicz nachbaur
architekten als Sieger hervor. Sie sind prominente Vertreter der
jungen Generation der Vorarlberger Bauschule. Nach der Schließung und
dreijähriger Bauzeit wird im Frühjahr 2013 am alten Standort ein
modernes Landesmuseum mit verdoppelter Fläche eröffnet werden.
Abgesehen vom Museumsbau in St. Pölten ist das Projekt in Bregenz der
einzige komplette Neubau eines Landesmuseums in Österreich nach 1945.
Neuer Bau - Neue Möglichkeiten
Die Eckpunkte der inhaltlichen Neuausrichtung wurden von Direktor
Tobias G. Natter in den drei Jahren seiner bisherigen Tätigkeit im
räumlich-museologischen Konzept "VLM Neu" festgelegt. Einerseits baut
er auf Kontinuität: Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte und
Volkskunde bleiben weiterhin zentrale Felder eines traditionsreichen
Mehrspartenhauses. Mit der Gründung im Jahre 1857 ist das
Vorarlberger Landesmuseum das älteste seiner Art im Bodenseeraum.
Andererseits soll sich das Haus zur Gegenwart hin öffnen. Ziel ist
es, den massiv veränderten Anforderungen an eine Kulturinstitution
des 21. Jahrhunderts Rechnung zu tragen. Für Natter gehört dazu die
Profilschärfung mit Vorarlberger Themen. Diese gehen einher mit einer
bewussten und unverzichtbaren grenzüberschreitenden
Kontextualisierung, dem Agieren innerhalb wissenschaftlich weit
ausholender Netzwerke und der Verstärkung einer konsequenten
Vermittlungsarbeit.
Museologische Besonderheit: "3 Ebenen - 3 Zugänge"
Zur charakteristischen Eigenheit des neuen Museums wird das
Prinzip "3 Ebenen - 3 Zugänge". Die neue Architektur schafft drei
gleichwertige Ausstellungsgeschosse, die um einen offenen Innenhof
angeordnet sind. Das von Natter entwickelte Nutzungskonzept sieht
vor, jede dieser Ebenen für einen methodisch unterschiedlichen Zugang
zu nutzen. Der Ansatz "3 Ebenen - 3 Zugänge" wird derzeit stufenweise
konkretisiert. Eine wissenschaftliche Tagungsreihe in Kooperation mit
dem Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin
und der Museumsakademie Joanneum Graz wird im kommenden Jahr das
Potential ausloten. Geplant ist im März 2010 der Start der
Tagungsreihe mit dem Generalthema "Die Ordnung der Dinge: Das
Schaudepot". Es folgt im Herbst 2010 eine Tagung zum Thema "Mit
Dingen erzählen: Die Schausammlung" und im Frühjahr 2011 eine
Veranstaltung mit dem Titel "Mit Dingen argumentieren: Die
Ausstellung".
Ein symbolträchtiger Abschied
Zunächst aber zeigt das Landesmuseum noch bis 4. Oktober in seiner
letzten Schau die Ausstellung "Schnee. Rohstoff der Kunst". Aus der
Distanz einer Sommerausstellung untersucht das VLM die ästhetische
Wahrnehmung des Schnees und deren Wandel. Die international
vielbeachtete Ausstellung, die neben dem Landesmuseum in Bregenz auch
in Lech am Arlberg zu sehen ist, beleuchtet dabei zweihundert Jahre
künstlerische Umsetzung eines scheinbar alltäglichen Phänomens. Dass
Schnee auch als ein Thema von Vergehen und Wiederkehr lesbar ist,
passt so gesehen durchaus zur jetzigen Schließung.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10 bis 18 Uhr
Donnerstag bis 20 Uhr
Montag geschlossen
Am 4. Oktober 10-20 Uhr geöffnet bei ganztags freiem Eintritt
Rückfragehinweis:
Mag. Irina Koutoudis Vorarlberger Landesmuseum Kornmarktplatz 1 6900 Bregenz T +43 (0)5574/460 50-516 F +43 (0)5574/460 50-566 irina.koutoudis@vlm.at www.vlm.at
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