Kleingeist sorgsam gehegt und gepflegt (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 25. Sep. 2009

Klagenfurt (OTS) - Erbärmlich ist das Bild, das Österreich von sich nach außen transportiert - jenes einer Republik, die es nicht vermag, garantierte Minderheitenrechte zu wahren. Eines Staates, der nicht genug Lösungskompetenz aufweist, um souverän mit Konflikten umzugehen. Angesichts der Unverfrorenheit, Ignoranz und Mutlosigkeit, die die Parteien je nach Couleurs in der Frage an den Tag legen, bleibt den Kärntner Slowenen nur noch der Weg, sich an internationale Instanzen zu wenden. Alle anderen Versuche, sich endlich mit ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen, darunter der wichtigste, den österreichischen Rechtsstaat anzurufen, sind wirkungslos geblieben. Eine "Internationalisierung" des Themas erscheint plötzlich als einzige Perspektive, weil man hierzulande den Blick über den Tellerrand hinaus mit Vorliebe der Pflege des Kleingeists opfert. Würden mit gleicher politischer Akribie kulturelle Vielfalt statt Einfalt, Mehrsprachigkeit statt Einsprachigkeit und Multidimensionalität statt Eindimensionalität gefördert werden, ließe sich Internationalität schon längst produktiver nützen.

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