"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Promille statt Prozent"

Wenn die Wahrheit über Haiders Tod bekannt ist, hat es der Mythos schwer.

Wien (OTS) - War der Komet schuld an Jörg Haiders Tod? Oder der Geheimdienst, welcher auch immer, involviert? Hat man dem Landeshauptmann heimlich K.-o.-Tropfen in seinen Fruchtsaft gemixt? War alles eine letale Polit-Intrige? Und welche Rolle spielten dabei die Banken, von deren Verwicklung immerhin Haiders selbsternannter "Lebensmensch" überzeugt war?
Mit solchem Unsinn, mit derart absurden Verschwörungstheorien war man nach dem Unfall konfrontiert. Weil einfach nicht wahr sein durfte, dass in Kärnten "die Sonne vom Himmel gefallen" war.
Jetzt steht fest: Haider war komplett betrunken. 1,77 Promille im Blut. Keine Hinweise auf Medikamente. Keine Manipulation am Auto. Und keine Substanz in Petzners verschwörungstheoretischen Aussagen. Haiders Schwester, die BZÖ-Abgeordnete Ursula Haubner, ist empört, dass news den Obduktionsbericht veröffentlichte, will die Zeitschrift klagen, die Staatsanwaltschaft Klagenfurt und wer weiß wen sonst noch aller. Dabei wirkt gerade bei einem Öffentlichkeitsjunkie wie Haider der Verweis auf Intimsphäre lächerlich.
Vielleicht wird das BZÖ nun endgültig außerhalb Kärntens zur Promille-Partei. Viele Prozente werden sich bei Wahlen wohl nicht mehr ausgehen.

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