G 20-Gipfel: "Entwickluingsländer dürfen nicht vergessen werden"

KOO erinnert an das enorme Ausmaß der menschlichen und sozialen Kosten der wirtschaftlichen Turbulenzen für die Länder des "Südens"

Wien, 24.09.2009 (KAP) Im Hinblick auf den G 20-Gipfel in Pittsburgh (USA) hat die "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) am Donnerstag auf das enorme Ausmaß der menschlichen und sozialen Kosten der wirtschaftlichen Turbulenzen für die Entwicklungsländer hingewiesen: "Die Entwicklungsländer dürfen nicht vergessen werden". Bis zu 100 Millionen Menschen würden auf Grund der globalen Finanz-und Wirtschaftskrise zusätzlich von Armut betroffen sein. Der Klimawandel stelle eine zusätzliche Bedrohung dar.

KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl forderte rasche und umfassende Unterstützung zur Armutsbekämpfung für betroffene Länder. Es seien aber auch grundlegende Reformen des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems und mehr Mitsprache für arme Länder in internationalen Finanzinstitutionen notwendig.

"Entwicklungsländern fehlt das Geld für Konjunkturpakete oder Sozialleistungen. Von den Konjunkturpaketen der G 20 erhalten die armen Länder nur Brosamen. Und selbst da hinkt die Umsetzung nach", kritisiert Hödl: "Die Entwicklungsländer sitzen nicht am Tisch und können ihre Interessen nicht selbst vertreten".

Statt die G 20 als Weltwirtschaftsregierung zu proklamieren, fordert die KOO eine Aufwertung der UNO und eine Reform der internationalen Finanzinstitutionen, um Entwicklungsländern gerechte Mitsprache zu ermöglichen, so Hödl. Es gehe vor allem um eine zügige Umsetzung der bereits beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen für von den Krisen betroffene Länder und um die Ausweitung der Mittel für arme Staaten, um diesen die Erreichung der Millenniums-Ziele zu ermöglichen.

Die Einführung einer internationalen Finanztransaktionssteuer wäre ein wichtiger Schritt zu einer gerechten Lastenverteilung der Kosten der Krise, betonte Hödl. Sie könnte zur Stabilisierung der Finanzmärkte beitragen und Mittel zur Krisenbekämpfung und für Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen.

Außerdem dränge die Zeit, um auf den fortschreitenden Klimawandel mit seinen massiven Auswirkungen auf dieEntwicklungsländer zu reagieren. "Schluss mit dem Taktieren! Die großen Wirtschaftsmächte müssen endlich die Karten auf den Tisch legen und ihre konkreten Beiträge zum Klimaschutz beziffern", forderte Hödl. Um den Entwicklungsländern die Möglichkeit zu geben, sich an die Folgen des Klimawandels - steigender Meeresspiegel, Ernteausfälle, Verknappung des Trinkwassers - anzupassen, müssten die Industriestaaten weltweit jährlich rund 110 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

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