Christa Bogath: Ab dem 27. September, dem Equal Pay Day, arbeiten Frauen unbezahlt

Gleiche Bezahlung von Männern und Frauen endet laut Statistik am Sonntag, dem 27. September

St. Pölten (ÖGB) - "Statistisch gesehen endet in Österreich mit Sonntag, dem 27. September, die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, denn ab diesem Tag arbeiten österreichische Arbeitnehmerinnen kostenlos", erklärt Christa Bogath, die ÖGB NÖ Frauenvorsitzende im Vorfeld des "Equal Pay Day", der Anstoß für die Verringerung dieser Einkommensdifferenz sein soll.

"Es ist unser Ziel, die Einkommensschere zu schließen und den 'Equal Pay Day‘ auf den 31. Dezember zu verlegen. Dafür ist es nötig, die strukturellen Unterschiede ein für alle Mal zu beseitigen. Das Spektrum reicht hier von der Berufswahl junger Frauen, über Arbeitszeiten, Beschäftigungsverhältnisse bis zu Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen. Nur wenn wir überall gleichzeitig ansetzen, werden wir dieses Ziel erreichen!", stellt Bogath fest und weiter: "Diese Einkommensunterschiede sind ungerecht und unerträglich.

Im Bundesländer-Ranking liegt NÖ mit 26,9 % Einkommensdifferenz im österreichischen Mittelfeld!"Auf Basis der Lohnsteuerstatistik 2007 bewege sich der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied zwischen 33,4 % in Vorarlberg und 23,9 % in Wien. Laut EU-Berechnung betrage die Einkommensdifferenz in Österreich 25,5 Prozent, nach den Lohnsteuerzahlen der Statistik Austria sogar 26,2 Prozent. Nur Estland habe in der EU noch schlechtere Werte.

"Das heißt, österreichische Arbeitnehmerinnen müssen pro Jahr 96 Tage lang unbezahlt arbeiten. Wirtschaftsstruktur, Anteil des öffentlichen Sektors, aber auch kulturelle Faktoren und Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind ganz wesentliche Faktoren für diese Lohnunterschiede. Schon vor zwei Jahren, bei erstmaliger Berechnung des Equal Pay Day, ist es der 27. September gewesen. Das zeigt deutlich, dass sich an der Lohnsituation der Frauen nichts zum Besseren geändert hat", so Bogath.

Gemeinsam mit der ÖGB-Bundesfrauenvorsitzenden Brigitte Ruprecht fordert Christa Bogath daher folgendes:

  • Die Einführung eines Mindestlohnes/-gehaltes von EUR 1.300 brutto monatlich, um der hohen Armutsgefährdung von Frauen entgegenzuwirken.
  • Neue Formen der Arbeitsbewertung: In der Kollektivvertragspolitik muss ein Schwerpunkt auf diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung gelegt werden. Tätigkeiten, die als typisch weiblich angesehen werden, wie z. B. in der Pflege oder Kinderbetreuung, müssen, gemäß ihrer außerordentlich wichtigen gesellschaftspolitischen Stellung, besser bewertet und besser bezahlt werden.
  • Einen Lohn- und Gehaltsrechner: Dieser soll Auskunft über die branchenübliche Entlohnung der verschiedenen Berufe und Tätigkeiten geben. Dies wäre eine wichtige Orientierungshilfe für Frauen bei Lohn-/Gehaltsverhandlungen.
  • Einkommenstransparenz im Betrieb: Alle Unternehmen müssen in regelmäßigen Abständen eine Erhebung über die Verteilung der Einkommen und Arbeitszeit zwischen Frauen und Männern in ihrem Betrieb erstellen.

ÖGB, 24. September 2009 Nr. 550

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KRin Christa Bogath
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