Wiener Gemeinderat (2)

Fragestunde

Wien (OTS) - In der Fünften Anfrage an Vbgmin Mag.a Renate Brauner (SPÖ) wollte GR Dr. Matthias Tschirf (ÖVP) wissen, ob sich Brauner zwecks Stabilisierung des Wiener Budgets auch für "phantasievollere Maßnahmen als nur eine ernorme Neuverschuldung einsetzen wolle". Brauner sagte, in Zeiten von Wirtschaftskrisen solle man staatliche Hilfen nicht zu früh zurücknehmen. Sie wies auf sehr umfangreiche Maßnahmen zur Bewältigung der Krise hin. Dabei setze man nicht nur auf Fremdverschuldungen, sondern auch auf Rücklagenauflösung und einen effizienten Budgetvollzug. Besonders hob sie hervor, dass in den letzten Monaten trotz gleichbleibendem Personalstand eine Leistungssteigerung festzustellen sei. Dennoch sei eine Fremdmittelaufnahme nötig, um dieses Niveau in der Stadt aufrecht zu erhalten, erfolgreich gegen die Wirtschaftskrise anzukämpfen und die Arbeitsplätze zu sichern.

Aktuelle Stunde

Die ÖVP beantragte die Abhaltung einer Aktuellen Stunde zum Thema "Am Wochenende: U-Bahn rund um die Uhr".

Als Hauptgrund für diese Forderung nannte GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP), dass die U-Bahn 100 Prozent Mobilität garantiere und das bei null Prozent an Emissionen. Er sagte, Berechnungen hätten ergeben, dass ein Betrieb an den Wochenenden sämtlicher U-Bahnen in der Nacht ganz drei Prozent mehr Betriebsleistung bedeuteten. Schon jetzt müsse das Sicherungspersonal im Bereich des U-Bahnnetzes rund um die Uhr im Dienst stehen, ergänzte Gerstl. Man müsse lediglich zehn zusätzliche U-Bahn-Fahrer in der Nacht beschäftigen. Durch den Rund-um-die-Uhr-Betrieb in der U-Bahn könne man den parallel dazu fahrenden Nachtautobusverkehr einsparen und Busse für radiale Verbindungen in den Bezirken einsetzen. Zudem könnte das Anruf-Sammeltaxi-System im Westen Wiens ausgebaut werden. Diese Maßnahmen brächten noch mehr Sicherheit für die Fahrgäste, schloss Gerstl.

GR Dr. Herbert Madejski (FPÖ) könne sich höchstens teilweise einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb der U-Bahnen an den Wochenenden vorstellen. Eine zeitliche Ausdehnung des U-Bahn-Betriebes von derzeit 1.00 Uhr auf 2.00 Uhr hielte er jedoch für den noch besseren Vorschlag. Auch er könne sich eine Verbesserung im Nachtbusbetrieb auf radialen Verbindungen vorstellen. Man bräuchte allerdings nicht nur mehr Fahrer für eine Ausdehnung der U-Bahn-Betriebszeiten, sondern auch zusätzliches Sicherungspersonal für die Stationen. Diese zusätzlichen Kosten würden die Steuerzahler unnötig belasten. Ein verstärkter Betrieb von U-Bahnen während der Nacht könne er sich vor allem bei verschiedenen Festivitäten vorstellen. Zu den Stoßzeiten wünschte er sich mehr Kurzzüge.

GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) sagte, die Grünen hätten schon immer die von der ÖVP aufgestellte Forderung begrüßt. Auf Anfrage bei den Wiener Linien, nach den Mehrkosten im Falle einer Einführung des 24-Stunden-U-Bahn-Betriebes an den Wochenenden habe er erfahren, dass dieser Ausbau nur 2,5 Millionen Euro ausmachen würde. Allein wenn man die Mehrkosten für den Bau des Skylinks am Wiener Flughafen hernehme, könnten mit diesen Mehrausgaben die Wienerinnen und Wiener über 150 Jahre lang an den Wochenenden in der Nacht unterwegs sein. Er appellierte an die Verantwortlichen, die U-Bahn in den Nächten an den Wochenenden fahren zu lassen.

GR Karlheinz Hora (SPÖ) verteidigte das seiner Meinung nach "sehr gute System des Nachtautobusverkehrs an den Wochenenden". Dieses garantiere ein hohes Maß an Sicherheit, weil die Benützer dieser Linien nur einmal umsteigen müssten. Man habe mit den 22 Nachtbuslinien und dem Angebot von elf verschiedenen Sammeltaxis sehr gute Erfahrungen gemacht, so würde man bei der Benützung von Sammeltaxis "bis direkt vor die Haustüre" geführt. Die Fahrt mit einer U-Bahn in der Nacht mit mehrmaligen Umsteigen würde den Sicherheitsstandard hingegen wesentlich verschlechtern, ergänzte Hora. (Forts.) hl/pla

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