50 Jahre Unfallprävention durch das KfV haben sich gelohnt

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit feiert gemeinsam mit Partnern und Mitstreitern am 22. September seinen 50. Geburtstag mit einer Festveranstaltung

Wien (OTS) - 1959 war ein Auto purer Luxus. Die Werbung versprach hauptsächlich Freiheit - Sicherheit spielte eine Nebenrolle und passte so gar nicht in die Vorstellungswelt der glücklichen Neuwagenbesitzer. Dem späteren KfV-Präsidenten Botho Coreth war allerdings schon damals klar, dass die zunehmende Motorisierung nicht nur Glanzvolles mit sich bringen würde, sondern auch mehr Unfälle, familiäres Leid und nicht zuletzt volkswirtschaftliche Folgekosten. Mit der Unterstützung der Versicherungen wurde daher 1959 durch die Gründung des Vereins "Kuratorium für Verkehrssicherheit" ein Zeichen gegen den Unfalltod gesetzt. Mit einem VW-Bus nahm der verkehrstechnische Dienst 1960 seine Arbeit auf und tourte durchs Land, um Gefahrenquellen aufzuspüren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ziemlich bald gelang es, die Forschungsbereiche Verkehrstechnik, Verkehrspsychologie, Verkehrserziehung und Kfz-Technik zu etablieren. Ergänzt wurden diese Tätigkeiten mit bewusstseinsbildenden Aktionen, die mit dem Aufbau der neun KfV-Landesstellen flächendeckend durchgeführt werden konnten. Von Anfang an war es die politische Unabhängigkeit, die das KfV sehr rasch zum gefragten Partner und Berater von Gesetzgebern und Entscheidungsträgern machte. "Auch heute lässt sich das KfV politisch nicht vereinnahmen und scheut nicht davor zurück, Meinungen zu vertreten, die nicht gerne gehört werden", sagt Dr. Othmar Thann, der fünfte Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit seit 1959.

1970er bis Ende der 1990er: Rasante Veränderungen rund ums und im KfV

Ab den 1970er Jahren wurde das KfV schon fast selbstverständlich mit der Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen für gesetzgebende Verkehrssicherheitsmaßnahmen betraut. Das machte sich auch in den Unfallzahlen bemerkbar, denn mit jeder Maßnahme sackte die Zahl der Getöteten weiter nach unten. So wurde in den 70ern Tempo 100 auf Bundesstraßen und Tempo 130 auf Autobahnen eingeführt, die Gurtanlegepflicht trat 1976 zunächst ohne Strafandrohung in Kraft. Die 80er waren von der Gurtanlegepflicht mit Strafandrohung, Helmpflicht, Alkomateneinsatz und der Verbesserung der Rettungskette durch den Einsatz von Rettungshubschraubern gekennzeichnet. Bereits 1986 legte das KfV der Bundesregierung ein 10-Punkte-Verkehrssicherheitsprogramm vor und bewies seinen langen Atem - denn umgesetzt wurde es erst im Jahr 2002. Dazwischen lagen in den 90er Jahren Maßnahmen, die die Zahl der Getöteten weiter sinken ließen. Die Gurtanlegepflicht auf allen Sitzen im Pkw, der Pkw-Führerschein auf Probe, der Stufenführerschein fürs Motorrad und der Mopedausweis, die Kindersitzpflicht und die 0,5-Promillegrenze. Die Zahl der Getöteten sinkt zwischen 1970 und 1979 von 2.507 auf 2.129, bis 1989 weiter auf 1.570 und 1.079 im Jahr 1999.
Auch das KfV selbst verändert sich in dieser Zeit massiv. Im Sinne einer umfassenden Unfallprävention hat das KfV schon in den 1980er-Jahren damit begonnen, sich auch mit dem Unfallgeschehen in den Bereichen Heim, Freizeit & Sport zu befassen. Und auch die Kriminalprävention ist mittlerweile ein Aspekt, dem sich das KfV widmet.

Das internationale Kuratorium für Verkehrssicherheit

Unfallprävention ist mittlerweile keine rein nationale Angelegenheit mehr. Das KfV ist als Projektpartner oder Projektleiter an zahlreichen Projekten der Europäischen Union und der WHO beteiligt und hat auch den Vorsitz von EuroSafe (European Association for Injury Prevention and Safety Promotion) inne. Das KfV ist außerdem "Center of Excellence for Injury Surveillance and Reporting" der EU Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher. In dieser Funktion führt das KfV jene Projekte des EU Public Health Programms durch, die dem Aufbau eines gemeinschaftlichen Berichtssystems über Verletzungen aller Art und deren Ursachen dienen. Im Verkehrsbereich hilft das KfV unter anderem EU-Beitrittswerbern und Partnern der EU dabei, ihre Rechtssysteme neu auszurichten und an EU-Standards anzupassen oder Spezialwissen bei Einzelthemen aufzubauen.

50 Jahre - und die Arbeit hört nicht auf

2008 gab es in Österreich mit 679 Opfern so wenige Verkehrstote wie noch nie. Auch für 2009 zeichnet sich ab, dass die Zahl weiter sinken wird. Während im Straßenverkehr Erfolge verzeichnet werden, liegt im Freizeit- und Sportbereich noch eine Menge Arbeit. Drei Viertel aller Unfälle passieren in der Freizeit und beim Sport - pro Jahr sind das mehr als 600.000 Verletzte. "Unsere Aufgabe ist es mittlerweile, den Menschen nicht nur in isolierten, unfallgefährdeten Rollen als Verkehrsteilnehmer, Sportler oder Hobbyhandwerker zu sehen. Wir versuchen, das Risikoverhalten des Menschen und die Gefahrenquellen von der Kindheit bis ins hohe Alter zu erfassen und daraus zu schließen, wie wir Lebenssituationen verbessern und sicherer machen können", erklärt Thann.

Viele Initiativen zur Unfallprävention gingen und gehen vom KfV aus, aber sie würden ins Leere laufen, wenn es nicht langjährige Wegbegleiter und Partner gäbe, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit ihnen gemeinsam wird das Kuratorium für Verkehrssicherheit bei einer Abendgala am 22. September 2009 im Schloss Schönbrunn den runden Geburtstag feiern. Und am Tag darauf wird wieder gemäß der Bestimmung des KfV weitergearbeitet: Weniger Leid durch weniger Unfälle.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit, , Marketing & Kommunikation
Mag. Dolores Omann
Tel.: 0577077-1904
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