- 21.09.2009, 09:12:33
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Greenpeace und Kirche einig: Klimaschutz ist das Gebot der Stunde!
150 Quadratmeter großes Transparent am Wiener Stephansdom
Wien (OTS) - Umweltaktivisten von Greenpeace befestigten heute in
den Morgenstunden ein 150 Quadratmeter großes Transparent neben dem
Haupttor des Wiener Stephansdomes. Die Aussage lautet kurz und
bündig: "Du sollst nicht zerstören deines Nächsten Klima". Gemeinsam
mit der Kampagne "Klima fair bessern!" der österreichischen
kirchlichen Hilfswerke (Koordinierungsstelle der Österreichischen
Bischofskonferenz) richtet Greenpeace damit einen flammenden Appell
an den morgen in New York startenden Klimagipfel der UNO für ein
gerechtes Klimaschutzabkommen. "Die Klimaverhandlungen sind ins
Stocken geraten, weil Industriestaaten wie Österreich der
Verantwortung für den Klimawandel bis heute nicht nachkommen",
erklärt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. "Die
UNO-Vollversammlung muss jetzt genutzt werden, um die gegenseitige
Blockade vor der alles entscheidenden Klimakonferenz Anfang Dezember
in Kopenhagen zu durchbrechen", so Alexander Egit weiter.
"Der Stephansdom erinnert uns heute mit dieser ungewöhnlichen
Aktion an eine der dringlichsten Fragen unserer Zeit. Unser Lebens-
und Wirtschaftsstil geht auf Kosten Anderer. Beim Aufbau unseres
Wohlstandes haben wir maßgeblich zur Zerstörung des Klimas
beigetragen, und die Folgen des Klimawandels bekommen vor allem
Menschen in Entwicklungsländern zu spüren - in Form von Dürren und
Wetterextremen", begründet Dompfarrer Toni Faber seine Unterstützung
der Aktion am Stephansdom. Um den Entwicklungsländern die Möglichkeit
zu geben, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, müssen die
Industriestaaten Geld in die Hand nehmen: Rund 110 Milliarden Euro
werden weltweit jährlich notwendig, um der steigenden Meeresspiegel,
Ernteausfälle und Verknappung des Trinkwassers Herr zu werden. "Im
Gegensatz zu Österreich haben Großbritannien oder die Niederlande
diese Zahlen bereits anerkannt. Österreich ignoriert, dass durch den
Klimawandel die Menschen in den ärmsten Ländern ihre
Existenzgrundlage verlieren", empört sich Greenpeace-Geschäftsführer
Egit ob der Ignoranz mancher Regierungsmitglieder.
Die katholischen Entwicklungsorganisationen Österreichs sind tief
besorgt, dass die negativen Auswirkungen des Klimawandels vielerorts
auf dieser Erde die Fortschritte der Armutsreduktion zunichte machen.
"Für die Herausforderungen, die der Klimawandel an Entwicklungsländer
stellt, braucht es zusätzliche finanzielle Mittel. Diese dürfen
keinesfalls auf Kosten bereits eingegangener internationaler
Verpflichtungen gehen", so Toni Faber über die zentrale Forderung der
Kampagne "Klima fair bessern!" Gemeinsam mit Caritas Internationalis
ruft die Kampagne Menschen weltweit auf, für Klimagerechtigkeit aktiv
zu werden und die Petition zu unterschreiben
(www.klimafairbessern.koo.at).
Beim G8-Gipfel im Juli diese Jahres haben sich die Vertreter der
größten Volkswirtschaften mit den starken Schwellenländern wie China
und Indien darauf geeinigt, dass der Anstieg der globalen Erwärmung
so weit wie möglich unter zwei Grad Celsius gehalten werden muss. Das
bedeutet eine Treibhausgas-Reduktion um vierzig Prozent bis 2020
gegenüber 1990. "Beim menschengemachten Klimawandel geht es um
Schöpfungsverantwortung, Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen
und Schwachen. Der Klimaschutz ist damit das Gebot der Stunde",
erklärt Dompfarrer Toni Faber dazu abschließend.
Rückfragehinweis:
Melanie Beran, Greenpeace CEE; Tel.: +43 664 612 67 18 Josefa Molitor-Ruckenbauer, Klima fair bessern! Tel.: +43 676 756 59 55 Heinz Hödl, Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz Tel.: +43 676 769 84 34
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