Papstmesse in Brünn: Gedenken auch an die Märtyrerin Sr. Restituta

Brünner Bischof Cikrle gab am Donnerstag Details zum Besuch Benedikts XVI. in der mährischen Metropole bekannt

Prag, 17.09.2009 (KAP) Bei der Papstmesse am Sonntag, 27. September, auf dem Gelände des Flughafens Brünn-Turany wird auch der von den Nationalsozialisten ermordeten Märtyrerin Sr. Restituta Kafka sowie des Heiligen Klemens Maria Hofbauer gedacht werden. Die beiden für Österreich so bedeutenden Glaubenszeugen stammen aus der Diözese Brünn. Ihre Biografien finden sich auch im Feierheft zur Papstmesse, das zusammen mit den Brünner Gastgeschenken für Benedikt XVI. am Donnerstag bei einer Pressekonferenz von Diözesanbischof Vojtech Cikrle vorgestellt wurde. Sr. Restituta war im Juni 1998 in Wien von Johannes Paul II. selig gesprochen worden.

Bischof Cikrle berichtete, dass die spirituelle Vorbereitung auf den Papstbesuch jetzt im Mittelpunkt stehe. In den Brünner Kirchen wird eine Novene abgehalten; ein Hirtenbrief wurde veröffentlicht, täglich wird seit kurzem an Interessierte ein SMS mit Worten des Papstes aus seinen Predigen oder Enzykliken verschickt.

Mehr als 200.000 Gläubige aus allen Teilen der Tschechischen Republik, der Slowakei und aus Österreich werden zur Papstmesse in Brünn erwartet. Das Gelände wird bereits um 4 Uhr früh geöffnet. Um 6.45 Uhr beginnen dann die von den verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften gestalteten Andachten zur Einstimmung auf den Gottesdienst mit Benedikt XVI.

Die Ankunft des Papstes, der mit dem Flugzeug aus Prag kommt, soll um 9.20 Uhr erfolgen. Benedikt XVI. fährt dann mit dem Papamobil durch die einzelnen Sektoren des Feiergeländes; um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst.

Zeugnisse des ostkirchlichen Erbes Mährens

Bei der Messe werden dem Papst auch vier Geschenke überreicht, die bei der Pressekonferenz vorgestellt wurden. Es handelt sich um ein "großmährisches" Silberkreuz, eine Wenzel-Skulptur, einen goldenen Messkelch und eine Patene. Das Silberkreuz ist eine Nachbildung der ältesten Christusdarstellung im Gebiet der Westslawen. Das Original wurde im Zuge der Ausgrabungen in Mikulcice an der March gefunden.

Mikulcice war zur Zeit des Großmährischen Reiches ein Fürstensitz. Davon geben u.a die Fundamente einer dreischiffigen Basilika aus dem 9. Jahrhundert Zeugnis. Es wird angenommen, dass die beiden Slawenapostel Cyrill und Method - von Johannes Paul II. zu Patronen Europas erhoben - in Mikulcice wirkten.

Bischof Cikrle erinnerte vor diesem Hintergrund an das ostkirchliche Erbe Mährens. Er selbst trägt eine Kopie des Mikulcice-Kreuzes als Brustkreuz. Der Papst erhält eine Silberkopie, die in eine als Buch gestaltete Schatulle gelegt ist. Der Buchdeckel zeigt den Grundriss der dreischiffigen Basilika von Mikulcice.

Vom Präfekten der Region Jihomoravske Kraje, Michal Hasek, erhält Benedikt XVI. eine 85 Zentimeter hohe Holzskulptur des böhmisch-mährischen Landespatrons Wenzel überreicht. Das moderne Kunstwerk stammt vom Brünner Bildhauer Jiri Netik. Werke Netiks werden im November im Vatikan ausgestellt; eine Papstaudienz für Präfekt Hasek und den Künstler ist vorgesehen.

Kelch und Patene wiederum sind ein Geschenk der Stadt Brünn und stammen aus der Werkstatt von Jaromir Gargulak. Der Kelchstiel ist aus Goldgeflecht gefertigt und symbolisiert nicht nur die Dornenkrone, sondern auch das Martyrium der Kirche in der Tschechoslowakei von 1948 bis 1989.

Der Papst besucht vom 26. bis 28. September die Tschechische Republik. Auf dem Programm seiner 13. Auslandsreise stehen die Hauptstadt Prag, Brno (Brünn) und Stara Boleslav (Altbunzlau). Während des rund 55-stündigen Aufenthalts wird Benedikt XVI. bei Gottesdiensten und offiziellen Begegnungen rund zehn Ansprachen und Grußworte halten. Der Besuch Benedikts XVI. in einem Reformstaat unmittelbar vor dem 20. Jahrestag des Zusammenbruchs der kommunistischen Regime bedeutet zugleich eine Würdigung dieses epochalen Ereignisses der europäischen Geschichte durch den Papst.

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