Verwaltetes Privatvermögen schrumpft erstmals seit sieben Jahren - dennoch Wealth-Management langfristig attraktiv

BCG-Studie: Weltweit verwaltete Vermögenswerte fielen 2008 um 11,7 Prozent - Österreichisches Vermögen von der Finanzkrise schwächer betroffen und mehr Millionäre als 2007

Wien (OTS) - Von der Rezession erwischt: Im vergangenen Jahr schrumpfte das Vermögen reicher Privatanleger infolge der Krise erstmals seit sieben Jahren. Die weltweit verwalteten Vermögenswerte, die in Bargeld, Aktien, Wertpapieren oder Fonds angelegt sind (Assets under Management, AuM) fielen 2008 um 11,7 Prozent auf 92,4 Billionen US-Dollar - hauptsächlich bedingt durch das Einbrechen der Aktienmärkte. Auch wenn bereits im laufenden Jahr eine erneute Zunahme des globalen Asset-Volumens zu erwarten ist, wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich erst im Jahr 2013 wieder erreicht werden. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Global Wealth 2009:
Delivering on the Client Promise der Boston Consulting Group (BCG). Sie basiert auf Daten für das Gesamtjahr 2008 und liefert einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Wealth-Management.

Auch die Anzahl der vermögenden Haushalte verringerte sich im Abschwung: Weltweit wurden im vergangenen Jahr rund neun Millionen Millionärshaushalte ermittelt - und damit 17,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Trotz eines Rückgangs um 22,5 Prozent zählten die USA mit rund vier Millionen erneut die meisten Millionärshaushalte, gefolgt von Japan, China, Deutschland und Großbritannien. Englands Millionäre traf die Krise am härtesten, im Ranking der Millionärshaushalte fiel Großbritannien vom dritten Platz 2007 auf den fünften Platz zurück.

Mit einem Anteil von 8,5 Prozent aller Haushalte wies Singapur die höchste Millionärsdichte unter seinen Einwohnern auf, gefolgt von der Schweiz (6,6 %), Kuwait (5,1 %) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (4,5 %).

Österreich verzeichnet knappes Plus

Österreich hat die Finanzkrise nicht so hart getroffen: Die heimischen AuMs konnten 2008 sogar einen leichten Zuwachs von 1,7 Prozent von 599 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007 auf 629 Mrd. US-Dollar im Jahr 2008 erzielen. Die Anzahl der Millionärshaushalte ist von rund 23.000 auf über 23.500 ebenfalls gestiegen.

Europa "reicher" als die USA

Bezogen auf einzelne Regionen lag Europa mit einem verwalteten Vermögen von 32,7 Billionen US-Dollar vor Nordamerika (29,3 Billionen US-Dollar). Rund ein Drittel des globalen Vermögens entfiel auf Japan/Asien sowie je rund 3 Prozent auf Lateinamerika und den Mittleren Osten. Einzig Lateinamerika blieb von den Turbulenzen an den Finanzmärkten weitgehend verschont und konnte 2008 einen Zuwachs der verwalteten Vermögenswerte um drei Prozent verbuchen. Mit einem verwalteten Vermögen von 4,6 Billionen US-Dollar ist Deutschland der größte europäische Markt für Vermögensverwalter.

Offshore-Zentren geraten durch verschärfte Steuergesetze sowie eine steigende Präferenz der Kunden für Onshore-Investments zunehmend unter Druck. Dennoch verzeichneten sie im vergangenen Jahr nur einen moderaten Rückgang der verwalteten Vermögenswerte: bis Ende 2008 fiel das im Ausland verwaltete Vermögen von 7,3 Billionen US-Dollar auf 6,7 Billionen US-Dollar - und damit auf einen Anteil von 7,2 Prozent am weltweiten Gesamtvermögen. Erneut war die Schweiz mit einem Anteil von 28 Prozent der Assets das größte Offshore-Zentrum, gefolgt von Großbritannien und Luxemburg. Wachstumschancen bestehen vor allem in den neueren Offshore-Zentren, darunter Singapur und Hongkong -bedingt durch ihre Nähe zu anderen asiatischen Märkten, deren verwaltete Vermögenswerte in den kommenden Jahren, so die BCG-Prognose, mit einem jährlichen Zuwachs von 9,5 Prozent überdurchschnittlich wachsen werden.

Trotz gegenwärtiger Ungewissheit langfristig Wachstumschancen "Vermögensverwalter sehen sich aktuell mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Einerseits belasten einbrechende Erträge, ein zunehmender Margendruck durch die Umschichtung in konservativere Produkte sowie Mittelabflüsse ihr Geschäft. Andererseits fordern ihre Kunden nach den Erfahrungen der Krise eine intensivere Betreuung", erklärt Ludger Kübel-Sorger, Senior Partner im Frankfurter BCG-Büro.

"Trotz der aktuellen Ungewissheit bleiben die langfristigen Aussichten im Wealth-Management positiv", so Kübel-Sorger. "Vermögensverwalter, die das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und sich mit Blick auf den Kunden auf einige Kernkompetenzen fokussieren, werden gestärkt aus der Krise hervor-gehen."

Die BCG-Studie identifiziert vier Maßnahmen, mit deren Hilfe Vermögensverwalter mit Blick auf das veränderte Marktumfeld ihre Position stärken können: Sie sollten nicht nur einen stärkeren Fokus auf die Beratungskompetenz der Relationship-Manager legen, sondern auch ihr Produktportfolio überprüfen und sicherstellen, dass die eigene Stärke zu den Zielkunden passt. Einsparmaßnahmen dürfen sich nicht auf kurzfristige Einschnitte beschränken, sondern sollten eine langfristige Verschlankung der Kostenstruktur zum Ziel haben. Mit Hilfe neuer Strategien für das Offshore-Geschäft können Vermö-gensverwalter zudem ihre Aktivitäten in wachstumsstarken Märkten außerhalb ihres Heimatmarktes ausbauen.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 66 Standorten in 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2008 mit 847 Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 369 Millionen Euro.

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