Industrie: Wir arbeiten am Aufschwung!

IV begeht "Tag der Industrie" - Präsident Sorger: "Industrie Kern unserer Volkswirtschaft" - GS Beyrer: "Ohne Industrie gibt es keinen breiten, nachhaltigen Aufschwung"

Wien (OTS/PdI) - "Die Industrie war und ist der Wohlstandsmotor Österreichs. Sie ist der Kern unserer Volkswirtschaft - jeder zweite Arbeitsplatz in diesem Land ist von der Industrie abhängig", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute, Donnerstag, im Rahmen des "Tages der Industrie". Vor Vertretern der Bundesregierung, den Spitzen der Sozialpartner sowie den versammelten Führungskräften der Industrie, Kredit- und Versicherungswirtschaft erklärte Sorger "Wir halten Kurs! Und wir halten auch alle Chancen in unseren Händen! Die Politik ist aufgerufen, dafür die richtigen Weichen zu stellen. Uns ist es weniger wichtig, ob die Regierung kuschelt oder streitet - es muss etwas weitergehen! Wann, wenn nicht jetzt ist die Zeit, um die Kräfte der Industrie für Wachstum und damit Beschäftigung nachhaltig zu entfesseln?", so Sorger im Technischen Museum in Wien.

Beyrer: "Tag der Industrie" mehr denn je Arbeitstag für Wachstum und Wohlstand

IV-Generalsekretär Mag. Markus Beyrer betonte, "der 'Tag der Industrie' war und ist kein Feiertag. Er ist - heute mehr denn je -ein Arbeitstag für Wachstum und Wohlstand. Ein Arbeitstag für das Industrieland Österreich und für seine Beschäftigten." Vor einem Jahr, beim Tag der Industrie 2008, habe die Welt "noch anders ausgesehen. In der Zwischenzeit ist ein ökonomisches Gewitter, mehr noch, ein Hurricane über uns hinweggefegt. Wir begehen den Tag der Industrie daher in einem Jahr, das von den schwersten wirtschaftlichen Verwerfungen seit 1929 gekennzeichnet ist; in einem Jahr, in dem in vielen Bereichen kein Stein auf dem anderen geblieben ist; in einem Jahr, das dramatische Herausforderungen für Wachstum und Wohlstand gebracht hat", so der IV-Generalsekretär.

Sorger: Reform-Agenda für Aufschwung und Zeit nach der Krise

Sorger formulierte vor den mehr als 1.000 IV-Mitgliedern und Ehrengästen zentrale Eckpunkte einer Reform-Agenda für den Aufschwung und vor allem für die Zeit nach der Krise:

  • "Erstens, je früher wir mit der Budgetsanierung/Budgetkonsolidierung beginnen, desto besser. Denn die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Es gibt nichts wachstums- und zukunftsfeindlicheres als zu hohe Steuerlasten. Jeder Prozentpunkt mehr strukturelles Budgetdefizit bedeutet ein Viertelprozentpunkt weniger Wirtschaftswachstum! Daher: Holen wir das Geld aus den Strukturen, damit wir es dort investieren können, wo es investiert gehört: zum Schuldenabbau und in die Zukunft!
  • Der zweite Bereich ist die nachhaltige Stärkung von F&E und Innovation. In den vergangenen Jahren ist in diesem Bereich einiges gelungen - es ist mehr als erfreulich, dass wir bei der F&E-Quote mit 2,56 % im Jahr 2007 auf die dritte Stelle in der EU vorgestoßen sind, aber dieser Kurs muss konsequent fortgesetzt werden.
  • Dritter Punkt: Wir brauchen erstklassige und ausreichende Fachkräfte - und daher brauchen wir auch ein erstklassiges Bildungssystem. Ich kann nicht mehr hören, was hier alles wegen irgendwelcher Partikularinteressen und sogenannten wohlerworbenen Rechten nicht geht! Wir haben hohe Ausgaben für Bildung - das ist gut so - doch diese Ausgaben kommen nicht ausreichend bei Schülerinnen bzw. Studenten an - kurz: zu geringer Output bei hohem Input.
  • Ein vierter Punkt, den auch die neue Studie des Word Economic Forum kritisiert: Wir brauchen mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, mehr Spielräume für die betriebliche Sozialpartnerschaft. Die Unternehmen sollen analog zur Kurzarbeitsregelung flexible Arbeitszeitmodelle nützen können, die der konjunkturellen Entwicklung entsprechen - das heißt beispielsweise Durchrechnungszeiträume bis zu 24 Monate. Andernfalls droht die Gefahr, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt noch schwieriger darstellen wird. Ich appelliere daher an unsere Partner: Schützen wir nicht unsere fleißigen und motivierten Menschen vor Arbeit - bewahren wir sie vor Arbeitslosigkeit! Selbstverständlich bedürfe es einer Modernisierung und Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme - nicht, um Sozialabbau zu betreiben, sondern um ein leistungsfähiges System dauerhaft zu sichern. Das Prädikat "zukunftsfähig" gilt für unser Pensionssystem sicher nicht. Reformen sind daher in Richtung der jungen Generationen eine sozialpolitische wie gerechtigkeitspolitische Notwendigkeit!
  • Als fünften und letzten Eckpunkt für eine Aufschwung-Agenda brauchen wir eine klare Europaorientierung unserer Politik. Europa hat gemeinsam die Krise bekämpft, Europa ist auch der Rahmen und die Plattform, um den Aufschwung gemeinsam zu gestalten. Für den Aufschwung brauchen wir gesunde Unternehmen und deshalb auch eine kohärente europäische Industriepolitik, die außer Streit stellt, dass die Industrie in Europa der Wachstums-, Wertschöpfungs-, Job- und Wohlstandsmotor Nummer 1 ist."

Beyrer: Österreich ist und bleibt ein Industrieland

Beyrer betonte, "dass auch in herausfordernden Zeiten wie diesen die Botschaft der Industrie klar ist: Wir, die Industrie, wir sind da. Und wir bleiben da. Wir arbeiten für Österreich. In Österreich und in Europa. Wir arbeiten am Aufschwung. Das ist sicher - und darauf kann sich ganz Österreich verlassen! Denn eines ist und bleibt trotz Krise unverändert: Österreich ist ein Industrieland! Ohne Industrie gibt es auch keinen breiten, nachhaltigen Aufschwung, von dem das ganze Land und seine Menschen profitieren könnten." Obwohl jetzt schon viele davon reden würden, dass das Ärgste vorbei sein könnte - und Hoffnung und positive Stimmung ist natürlich gerade jetzt besonders wichtig - dürfe man nicht vergessen, "dass viele Branchen Auftragseinbrüche erleben mussten, wie sie keiner vorher schon erlebt hatte und es in vielen Branchen bis Mitte oder sogar Ende des nächsten Jahrzehnts dauern dürfte, bis wir die Umsatzwerte von vor der Krise wieder erreichen werden", so der IV-Generalsekretär.

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