Berlakovich: Vorschläge der Kommissarin sind erster Schritt - jedoch mehr Marktmassnahmen nötig

Nationaler Aufkauf der Quote vom Bauern soll Milchproduktion drosseln

Wien (OTS) - In ihrer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg hat EU-Kommissarin Mariann Fischer-Boel heute Massnahmen für den Milchsektor vorgebracht. Neben rascherer Handlungsmöglichkeit für die Kommission, mehr Kosten- und Preistransparenz erleichtert sie den Aufkauf von Lieferquoten durch den Mitgliedsstaat. Das hat zur Folge, dass die Produktion reduziert wird und diese Menge nicht in der nationalen Reserve und damit auch nicht am Markt wirksam wird.

"Es ist zumindest erfreulich, dass die Kommission reagiert und Vorschläge zur Marktentlastung bringt, wenn ich mir auch mehr Maßnahmen am Markt direkt erwartet, wie z.B.: verstärkte Exporterstattung und Intervention, Absatzförderung, Beihilfen für Futtermittel. Konkrete Vorschläge dazu haben wir ja gemeinsam mit 18 Mitgliedsstaaten wiederholt und zuletzt vorgestern beim Treffen der Agrarminister in Schweden vorgebracht. Wir sehen den Silberstreif am Horizont, die Zahlen am Weltmilchmarkt belegen, dass die bereits getroffenen Maßnahmen eine leichte Entspannung bringen. Daher erwarte ich, dass auch die Milchpreise die die Molkereien den Bauern zahlen in absehbarer Zeit wieder steigen. Ich werde aber weiterhin nicht locker lassen und die Absatzförderung intensivieren. Konsumpatriotismus ist wieder gefragt und Milch in den Rezepturen der Lebensmittelindustrie", so Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich.

Kommissarin Fischer-Boel hat auch die Einrichtung einer Expertengruppe aus Fachleuten der Mitgliedsstaaten und der Kommission angekündigt, die sich mit diesen komplexen Vorhaben beschäftigen soll. "Österreich, als zentraler Milchproduzent in Europa wird sich mit seiner Erfahrung in die neue Expertengruppe massiv und konstruktiv einbringen. In einem gemeinsamen Europa mit einem gemeinsamen Markt bedarf es gemeinsamer Ansätze und Lösungen. Wir haben national schon sehr viel unternommen, um den Milchbauern unter die Arme zu greifen. Das Milchkonjunkturpaket, die Milchkuhprämie, das Einbehalten der Quote und Vorziehen der Direktzahlung in diesem Jahr führen zu einer Entlastung der Landwirte", so Minister Berlakovich abschließend.

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