EU-Sondergipfel: Kirche fordert "Nägel mit Köpfen" vor G 20-Treffen

Staats- und Regierungschefs beraten in Brüssel die EU-Position beim Weltwirtschaftsgipfel in Pittsburgh - Stellungnahme der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Mission und Entwicklung"

Wien-Brüssel, 17.09.2009 (KAP) Die "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Mission und Entwicklung" (KOO) hat an Bundeskanzler Werner Faymann appelliert, beim EU-Sondergipfel in Brüssel aktiv für nachhaltige Maßnahmen zur weltweiten Armutsbekämpfung und für die Einführung einer internationalen Finanztransaktionsteuer einzusetzen. Es sei an der Zeit, "Nägel mit Köpfen" zu machen, drängt KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl. Er machte in einem Schreiben an Faymann erneut auf "das enorme Ausmaß der menschlichen und sozialen Kosten der wirtschaftlichen Turbulenzen insbesondere für Entwicklungsländer" aufmerksam. Es sei ein "Skandal", so Hödl, dass jeden Tag 100.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben.

Die Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstagabend bei einem informellen Treffen in Brüssel die EU-Position beim Weltwirtschaftsgipfel in Pittsburgh. Die Linie der EU-Staaten beim G 20-Treffen am 24./25. September sei entscheidend für Armutsbekämpfung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und den Kampf gegen den fortschreitenden Klimawandel, betont die KOO.

Der österreichische Regierungschef solle sich in Brüssel für eine "zügige" Umsetzung der von den Vereinten Nationen und den "G 20"-Staaten beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen zugunsten der von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders betroffenen Länder des "Südens" einsetzen, so die KOO. Ihren Willen zur Umgestaltung der globalen Wirtschafts- und Finanzarchitektur in Richtung eines gerechten Systems auf Basis fairer Regeln könne die Bundesregierung zudem durch ein Votum für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zum Ausdruck bringen.

Mit Blick auf die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen brauche es darüber hinaus einen "konstruktiven Beitrag" Österreichs zur Durchsetzung eines ökologisch nachhaltigen und sozial ausgewogenen Klimaabkommens, fordert die KOO. Die internationale Allianz katholischer Entwicklungsorganisationen "CIDSE" spreche sich in diesem Zusammenhang für die Bereitstellung von jährlich mindestens 110 Milliarden Euro durch die Industrieländer aus. Mit dem Geld sollen etwa Maßnahmen zur Überwindung der konkreten Auswirkungen des Klimawandels in den Entwicklungsländern finanziert werden.

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