Tagung auf der Suche nach neuen Ideen für den Strafvollzug

Internationaler Kongress "Menschenbild im Strafrecht - Brennpunkt christlicher Sozialethik" vom 21. bis 24. September in Wien mit Justiz-Experten und Gefängnisseelsorgern

Wien, 16.09.2009 (KAP) "Menschenbild im Strafrecht - Brennpunkt christlicher Sozialethik" lautet der Titel einer Tagung, die vom 21. bis 24. September im Albert-Schweitzer-Haus in Wien stattfindet. Eröffnet wird der Kongress am 21. September im Festsaal des Justizministeriums, Fachleute aus dem deutschsprachigen Raum werden erwartet. Ziel der Tagung sind Modelle für einen effizienteren und humaneren Strafvollzug. Diskutiert werden u.a. die Themen "Kriminalität und Lebenswelt Gefängnis", "Das Recht der Gesellschaft - das Recht der Betroffenen" und "Ethische Forderungen an die Strafrechtsentwicklung in Europa".

Über das Thema "Die Gesellschaft der Strafe - die Strafe der Gesellschaft" diskutieren am 22. September der Leiter der Justizanstalt Stein, Christian Timm, Rainer Henne von der veranstaltenden "International Prison Chaplains Association" - ein weltweiter Zusammenschluss von christlichen Gefangenenseelsorgern -, die Jugendrichterin Beate Matschnig und die Psychiaterin Eva Resinger. Spannend verspricht auch ein "Gespräch mit Betroffenen" am 23. September zu werden, bei dem der evangelische Gefangenenseelsorger Matthias Geist u.a. mit ehemaligen Langzeithäftlingen über das Thema "Die Freiheit als Menschenrecht" spricht.

Geist erhofft sich im Gespräch mit "Kathpress" von der Tagung neue Ideen für den Strafvollzug. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend und von Visionslosigkeit geprägt. Es gelte, den derzeit vorherrschenden "Verwahrungs-" und "Wegsperrvollzug" zu überwinden. Geist: "Wenn jemand 23 Stunden am Tag im Haftraum sitzt, nur mehr mit Kriminellen zu tun hat und dafür aber die sozialen Kontakte zur Familie abreißen, dann ist so eine Besserung wohl kaum möglich. Freiheitsstrafen allein helfen nicht, das bringt viele erst recht auf die schiefe Bahn".

Die Täter müssten sehr wohl mit ihrer Tat und ihrer Verantwortung konfrontiert werden, zugleich dürften die betreffenden Personen aber nicht auf diese Tat allein reduziert werden. Es gelte immer, den ganzen Menschen zu sehen, so Geist. Der Gefängnisseelsorger plädierte u.a. für mehr außergerichtliche Tatausgleiche und versöhnlichere Formen des Tatausgleichs zwischen Täter und Opfer.

Ein O-Ton von Pfarrer Geist ist unter www.katholisch.at/o-toene abrufbar.

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