Arbeiter-Fischerei-Vereine: Experten warnen - Grazer Trinkwasser bedroht!

Die geplanten Wasserkraftwerke an der Mur gefährden die Trinkwasserressourcen von Graz

Wien (OTS) - Die Wahrscheinlichkeit der Versorgungs- und Verseuchungsgefahr des Trinkwassers ausgehend von den geplanten Wasserkraftwerken Gössendorf und Stübing ist nun doch höher als ursprünglich angenommen. Die Graz AG, zuständig für die Instandhaltung der Wasserversorgung, warnt in einer Stellungnahme vor chemischer Verunreinigung, bakteriologischer Verseuchung oder gar einem Totalausfall der Wasserversorgung. "Ein gänzlicher Ausfall des als Reserve dienenden Wasserwerks Feldkirchen durch den Bau des KW Gössendorf reduziert die Versorgungssicherheit bei einem großen Störfall, wie dem Ausfall der Transportleitung Friesach-Graz, derart, dass eine Versorgung kaum mehr aufrecht zu erhalten ist.", so das Papier der Graz AG. Nun ist der Grazer Gemeinderat am Zug: Stellt er am 24. September 2009 die Weichen für den Bau des Kraftwerks Gössendorf und entscheidet somit über das Experiment mit unserem Trinkwasser? ****

Die besorgniserregenden Details von DI Helmut Nickl, Direktor des Bereichs Wasser in der Graz AG und DI Dr. Harald Schmölzer, Leiter der Prüf- und Überwachungsstelle des Wasserlabors der Graz AG, gelangten nun an die Öffentlichkeit: Sowohl während der Bauphase als auch während des Betriebs der Wasserkraftwerke kann es zu folgenden gefährlichen Auswirkungen auf die Wasseranlagen, aus denen das Grazer Trinkwasser gewonnen wird, kommen:

Bakteriologische Verseuchung
Chemische Verunreinigung durch Schwermetalle wie z.B. Mangan oder Eisen
Sauerstoffzehrung
Reduktion der Versorgungssicherheit der Grazer Wasserversorgung Auswirkungen auf die Quantität der Trinkwasserversorgung der Stadt Graz
Veränderung des Grundwassers im Bereich der Wasserwerke der Graz AG Versickerung von Rohwasser im Bereich der Wasserwerke der Graz AG

Diese möglichen Szenarien sind laut Stellungnahme der Graz AG nur schwer kalkulierbar und stellen eine direkte Bedrohung für das Trinkwassersystem der Stadt Graz dar. Zwar bezeichnet die Graz AG das Risiko als gering, im Schadensfall wären die Folgen für die Stadt Graz hingegen immens: ein Totalausfall der Trinkwasserversorgung der Stadt Graz einerseits oder gar bedrohliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Grazer Bevölkerung andererseits. Vergiftungserscheinungen durch chemische Verunreinigungen oder Infektionen durch bakteriologische Verseuchung können zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

"Ich wundere mich, warum hier bewusst Kleinkinder und ältere Menschen einem solchen Gesundheitsrisiko ausgesetzt werden.", so Nationalratsabgeordneter Günther Kräuter, Präsident des Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Verbandes. Scheinbar ohne auf diese Folgen zu achten, wollen Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Graz AG und Lisa Rücker, Vizebürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Graz AG, bereits am 24. September auf gewisse Rechte der Stadt Graz an Grundstücken der Grazer Bau- und Grünlandsicherungsges.m.b.H. (kurz GBG) verzichten. Diese umfassen unter anderem das Vorkaufsrecht und Wiederkaufsrecht der Stadt Graz. Diese Grundstücke der GBG sind für die Steweag-Steg und den Verbund für den Bau der Kraftwerke unverzichtbar.

Die verantwortlichen Politiker der Stadt Graz, sind daher gefordert, alles zu tun, um eine Verschlechterung der Trinkwasserversorgung der Grazer Bevölkerung zu verhindern. (Schluss) io

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