Die Einfalt der Medienvielfalt

Parlamentarische Enquete für den "männlichen" Rundfunk

Wien (OTS) - Wenn das Parlament zu einer Enquete lädt, in der die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diskutiert wird, so ist eines schon klar: mit Frauen hat die Zukunft des ORF nichts am Hut. Obwohl 57 % des TV-Publikums weiblich ist, wissen offensichtlich nur Männer, was Frauen wollen! Auf der Rednerliste stehen nur Männer!

Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, protestiert aufs Schärfste gegen die Abhaltung einer parlamentarischen Enquete, in der nur Männer das Sagen haben. Der Österreichische Frauenring vertritt als Dachorganisation österreichischer Frauenvereine in etwa eine Million Frauen.

"Inhaltlich fordern wir schon lange, dass bei der ORF-Gesetzesnovelle Gleichstellungsanliegen berücksichtigt werden. Trotzdem wird das Thema ausschließlich von Männern dargestellt und diskutiert - wie fein. Wir sind also wieder in den Sechziger-Jahren:
Frauen dürfen nicht mitreden und spielen bei der Gestaltung der Zukunft - hier des ORF - weder inhaltlich noch als Rednerinnen eine Rolle. Und das alles in "unserem" Parlament, mitten in Europa, im 21. Jahrhundert! Ist so eine Vorgehensweise in einem anderen EU-Land überhaupt vorstellbar?" empört sich die Vorsitzende.

Es wird von großem Interesse sein, inwieweit bei der Neugestaltung des ORF Frauen- und Gleichstellungsanliegen tatsächlich berücksichtigt und entsprechende EU-rechtliche, internationale und verfassungsrechtliche Vorgaben ernst genommen werden.

Bei der gestrigen Sitzung des Österreichischen Frauenrings wurde das leidige ORF-Thema ausführlich diskutiert. "Wir sind fassungslos, warten die Enquete noch ab und setzten dann die nächsten Schritte", meint die Vorsitzende, Christa Pölzlbauer.

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