Logistikstandort Österreich - Spediteure fordern rasche Absenkung der KFZ-Steuer für LKW

Dramatischer Rückgang bei Logistikdienstleistungen im ersten Halbjahr 2009

Wien (OTS/PWK679) - "Der Transport von Gütern und Waren ist
kein Selbstzweck. Ganz im Gegenteil trägt er dazu bei, dass wir in einer arbeitsteiligen Wirtschaft unseren Lebensstandard als Hochlohnland halten können", betonte heute, Mittwoch, der neue Obmann des Fachverbands Spedition und Logistik, Walter Mönichweger, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Harald Bollmann. Angesichts der aktuellen Situation könne man von keiner weiteren Marktbereinigung mehr sprechen. Die Belastungen für die Branche hätten ein derartiges Ausmaß angenommen, dass in Schwierigkeiten befindliche Unternehmen kaum noch Möglichkeiten hätten, sich wieder auf gesunde Beine zu stellen. Jetzt müsse hier von Seiten der Politik rasch reagiert werden, denn die Lage für eine wichtige Branche der mittelständigen Wirtschaft sei teilweise dramatisch.

Deshalb fordert Mönichweger die sofortige Absenkung der unverhältnismäßig hohen KFZ-Steuer für LKW auf EU-Mindestmaß. Dies hätte Signalwirkung für die Branche, die dringend auf ein positives Zeichen warten würde. Gleichzeitig fordert der neue Obmann des FV Logistik und Spedition eine bundesweite Förderung nach deutschem Vorbild bei der Anschaffung zusätzlich schadstoffreduzierter Fahrzeuge (Euro-Klassen 5 und darüber). Der Schutz vor unpraktikablen Auflagen und Bestimmungen wäre eine Stärkung der Unternehmen, um sie gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zu entlasten. "Summa summarum gilt es den heimischen LogistikStandort attraktiv zu halten. Und diese Maßnahmen leisten hierfür einen teils überlebenswichtigen Beitrag", mahnt Mönichweger

Politik muss Logistikstandort Österreich attrraktiv halten!

Die Politik sei jedenfalls gefordert den heimischen Standort auch in Zukunft attraktiv zu halten. Die Ökologisierung des Verkehrs und die Umsetzung eines transparenten Verursacherprinzips müsse fair sein, ansonsten drohe eine Wettbewerbsverzerrung. Im Kern bedeutet die - Ökologisierung für LKW, die in Österreich mit 1.1.2010 startet, eine Mauterhöhung für LKW mit Emissionswerten der EURO-Klasse 3 und schlechter um zehn Prozent. Im Gegenzug soll die Maut für die EURO-Klassen 4 und 5 um vier Prozent gesenkt werden, während LKW der EURO-6-Klasse eine Mautreduktion von 10 Prozent winkt. "Hier ist mehr Engagement der Politik nötig, In Deutschland werden vom Staat 600 Mio. Euro für die Modernisierung des LKW-Fuhrparks zur Verfügung gestellt. In Österreich fehlen entsprechende Förderprogramme, kritisiert Mönichweger.

In Hinblick auf das teils negative Image der Transportbranche betonte der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Harald Bollmann, dass eine optimale Leistungserfüllung nur im Zusammenspiel von Schiene, Straße, Luftfahrt und Wasserstraßen möglich sei. Jeder Verkehrsträger müsse seine Stärken nutzen und sich an die Erfordernisse der Kunden anpassen. "Die Straße wird auch weiterhin das Rückgrat des Gesamtverkehrssystems bilden. Immerhin kann die 'letzte Meile' der Beförderung im Güterverkehr in der Regel nur der Lkw erbringen", so Bollmann. Die Gleichbehandlung aller Verkehrsträger sei daher Gebot der Stunde, Beschränkungen sollen auf Sinnhaftigkeit geprüft werden, etwa die unzähligen Wochend- und Nachfahrverbote für LKWs gelte es zu reduzieren.
Mageres Ertragsjahr für 2009 erwartet

Der 20 prozentige Rückgang von Im- und Exporten im ersten Halbjahr bedeutet auch einen dramatischen Nachfragerückgang an Logistikdienstleistungen. Allein die Rückgänge im ersten Halbjahr, so melden ASFINAG, betragen bei den Fahrleistungen von LKWs über 3,5 Tonnen 17,5 Prozent, die RCA-Ergebnisse liegen ebenfalls bei Minus 20%. Der Flughafen Wien meldet im Aircargo Geschäft ein Minus von 14,1%. Dies illustriere den schweren Einbruch der Branche. Zwar würde das Minus nach einzelnen Branchen und Regionen unterschiedlich ausfallen, weshalb auch die Speditionsbranche unterschiedlich stark betroffen ist. Für 2009 ist aber generell ein mageres Geschäftsjahr zu erwarten, das den Betrieben eine schwache Ertragslage beschere und an den Rücklagen knabbere. "Es bleibt zu hoffen, dass der Boden der Strukturkrise wirklich demnächst erreicht wird und insbesondere die aus der Industrie so wichtigen Aufträge langsam wieder ins Rollen kommen", so Bollmann. Denn besonders der Rückgang im Produktionssektor bewirke einen Einbruch nach speditionellen, logistischen Dienstleistungen.

AUSPED III-Stiftung hilft den Mitarbeitern der Branche

Wie bereits anlässlich des österreichischen EU-Beitritts 1995 und der EU-Erweiterung 2004 wird AUSPED auch in der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Situation Dienstgeber wie ArbeitnehmerInnen in der Speditionsbranche unterstützen. Gerade eine spezialisierte Branche - die österreichischen Spediteure weisen etwa 1.500 Unternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern, davon 13.000 Angestellte auf - müsste ihre Attraktivität auch durch soziale Verantwortung beweisen. "Wenn wir uns in Krisenzeiten über den unmittelbaren betrieblichen Bedarf um unsere Mitarbeiter kümmern, tragen wir dazu bei, auch künftig engagierte und qualifizierte Mitarbeiter zu finden", erklärt Mönichweger.

Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt nach sozialpartnerschaftlicher Einigung zur Hälfte durch Mittel des Arbeitsmarkservice sowie durch Zahlungen der Bundesländer. Die weiteren 50 % der Finanzmittel werden von der Branche im Weg eines Zusatz-Kollektivvertrages aufgebracht. Für etwa 630 Stiftungsteilnehmer wird ein Finanzvolumen von knapp Euro 5 Mio verfügbar sein. Die Eintrittsfrist in die AUSPED endet mit Erreichen der maximalen Teilnehmerzahl jedenfalls aber mit Jahresende 2010. (us)

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Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr, Mag. Martin Deusch, Tel.: (++43) 0590 900-3255, mailto: bstv@wko.at , http://wko.at/verkehr

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