Wiener Gerichtsmedizin: Ärztekammer urgiert dringend Neuordnung

Chaos wird auch aus Kreisen der Polizei bestätigt - Katastrophale Folgen für die Aufklärung von Verbrechen befürchtet

Wien (OTS) - "Die Ungereimtheiten rund um die Gerichtsmedizin in Wien müssen dringend gelöst werden", forderte gestern, Dienstag, Abend Ärztekammerpräsident Walter Dorner im Zuge einer Vorstandssitzung der Ärztekammer für Wien. Es werde immer wieder kolportiert, dass "Leichen quer durch Wien transportiert werden müssen - auf der Suche nach einem geeigneten Obduktionsort", so Dorner. Das oberste Gremium der Ärztekammer fordert daher zum wiederholten Male die Neuordnung der Gerichtsmedizin in der Bundeshauptstadt.

Auch vonseiten polizeilicher Ermittler seien bereits Klagen geäußert worden, wonach das Chaos in der Gerichtsmedizin Wien so rasch wie möglich einer Lösung bedürfe, um die Aufklärung von Verbrechen nicht zu gefährden.

Seit mehr als einem Jahr sind sich Gemeinde Wien und Bund uneinig darüber, wer die Verantwortung für den Weiterbstand des gerichtsmedizinischen Instituts trage. Die Finanzierungsproblematik habe gravierende Auswirkungen auf das Wiener Spitalswesen, so Dorner. Denn: "Die Leichen müssen ja irgendwo gelagert werden - derzeit passiert das eben in den Pathologieabteilungen der Krankenhäuser." Das aber könne keine Dauerlösung sein.

"Aufgrund der aktuellen Situation sind derzeit weder Routinetätigkeiten noch Forschung und Ausbildung im Fach Gerichtsmedizin sichergestellt", kritisiert der Ärztekammerpräsident. Die Politik dürfe dieses Thema nicht noch länger aufschieben. "Ist nicht bald eine Lösung in Sicht, befürchte ich eine weitere Verschärfung des Problems, indem für die Fahndung notwendige Gerichtsobduktionen weiterhin massiv verzögert werden - mit katastrophalen Folgen für die Aufklärung von Verbrechen", so Dorner abschließend. (kp)

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