Fachverband Werbung und Marktkommunikation - Kritik an Ausschreibung der "Münze Österreich"

Drössler: Krasses Missverhältnis zwischen Kreativleistung und nur geringer Abgeltung für weitgehende Nutzungsrechte, auch keine Nennung des Urhebers - Fachverband rät von Teilnahme ab

Wien (OTS/PWK676) - "Der Fachverband Werbung und
Marktkommunikation kann von der Teilnahme an der gegenständlichen Agenturausschreibung der Münze Österreich AG nur abraten", erklärt Fachverbandsobmann Peter Drössler. Insbesondere lehnt die Interessenvertretung der Kommunikationsbranche den Punkt 10, der die Vergütung betrifft, als sachlich nicht zielführend und rechtlich unzulässig ab.

Bietern, die am Verhandlungsverfahren teilnehmen, steht laut Agenturausschreibung zur Abgeltung des Aufwandes der Teilnahme am Vergabeverfahren und der Kreativleistung ein pauschaler Betrag von 3.000 Euro zu, sofern ihnen nicht der Zuschlag erteilt wird. Der Auftraggeber erhält damit das Recht, die im Rahmen der Angebotslegung "Kreative Leistung" vorgelegten Ideen zu nutzen und umzusetzen.

"Diese Vorgangsweise ist als absolut unüblich für eine Agenturausschreibung zu beurteilen", so Drössler: "Grundsätzlich sind pauschale Abgeltungen für den entstandenen Aufwand der Teilnahme an einem Wettbewerb rechtlich gedeckt". Eine pauschale Abgeltung in der Höhe von 3.000 Euro, das ist sehr gering für ein zeitlich und örtlich uneingeschränktes Werknutzungsrecht und der Verzicht auf jegliche Nennung des Urhebers. Sie steht unzweifelhaft in keinem Verhältnis bzw. in einem krassen Missverhältnis zum tatsächlichen Wert einer Einräumung der Nutzungsbewilligung. Nach der derzeitigen Judikatur sind die entsprechenden Klauseln in der Bewerbungsunterlage als gesetzes- und sittenwidrig anfechtbar. Wer trotzdem an der Agenturausschreibung der Münze Österreich AG teilnehmen möchte, sollte zumindest die pauschale Rechteabtretung in Punkt 10. "Vergütung" definitiv ausschließen und den betreffenden Passus gut sichtbar streichen.

"Vor allem vermissen wir im konkreten Fall die Expertise bei der Vorbereitung, Vergabe und Durchführung dieser Agenturausschreibung", ärgert sich Drössler: "Unter Expertise verstehen wir eine Kombination des notwendigen Wissens über die Erfordernisse der auslobenden Stelle mit dem Know-How über die Arbeitsweise der Werbebranche".

Viele Kampagnen werden nur unter den Gesichtspunkten der ausschreibenden Stelle vergeben. Auf kreative Experten wurde auch in der gegenständlichen Ausschreibung verzichtet.

"Dadurch entstehen aus unserer Sicht verfehlte und ineffektive Kampagnen - auf Kosten des Steuerzahlers. Aber es geht nicht nur um die Verschwendung von Geld. Es geht auch um verpasste Chancen. Wenn Kampagnen schlecht gemacht werden, verpuffen sie", so Drössler.

"Der Vorwurf "Pfusch" mag vielleicht ein wenig zu weit gefasst sein. Doch was die Münze Österreich AG mit dieser Agenturausschreibung im Schilde führt, ist nichts anderes als billiger Ideenklau", so Drössler abschließend. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Werbung & Marktkommunikation, Mag. Markus Deutsch, Tel.: 05 90 900-3539, E-Mail: werbung@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001