"KURIER"-Kommentar von Maria Kern: "Geld ist nicht alles"

1000 Euro sind ein Anfang, aber Eltern brauchen mehr als finanzielle Hilfe.

Wien (OTS) - Wer ein Baby betreut, hat eine anstrengende Aufgabe
zu bewältigen. Monatelange Tag- und Nachtschichten fordern ihren Tribut. Der Lohn dafür ist ein Kinderlächeln. Da geht Eltern das Herz auf, Rechnungen lassen sich damit nicht begleichen. Keine Frage, dass da das einkommensabhängige Kindergeld, das heute von der Regierung beschlossen wird - mindestens 1000 und bis zu 2000 Euro pro Monat für ein Jahr - eine große finanzielle Hilfe ist.
Es werden dadurch sicher mehr Väter in Karenz gehen. Die meisten werden weiter die längste Kindergeld-Variante (maximal 36 Monate) wählen und sich mit 436 Euro zufriedengeben (müssen). Denn wie lange Mama oder Papa daheim bleiben, liegt nicht nur am Geld. Die Entscheidung ist von Emotionen geprägt: Wann will ich mein Kind in fremde Obhut geben? Und sie hängt vor allem mit dem Betreuungsangebot zusammen. Wenn es nur für 14 Prozent aller unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz gibt, hat die Mehrheit der Eltern keine Wahl. Politische Absichtserklärungen für mehr Krippen gibt es zwar. In Anbetracht maroder Staats-, Länder- und Gemeindebudgets ist aber zu befürchten, dass es - wie beim einkommensabhängigen Kindergeld -wieder 20 Jahre dauert, bis die Pläne realisiert sind.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002