Weitergabe von Gesundheitsdaten: Ärztekammer ortet massive Diskriminierung

Dorner: "Die Stigmatisierung von Kranken schafft Menschen zweiter Klasse" - Sanktionen dringend notwendig

Wien (OTS) - Als "beängstigenden Blick in die Zukunft" bezeichnete heute, Donnerstag, Ärztekammerpräsident Walter Dorner die aktuelle Diskussion rund um den ÖBB-Datenschutzskandal. Die Ärztekammer sieht sich damit in ihren jahrelangen Warnungen bestätigt, dass Arbeitgeber Gesundheitsdaten von Arbeitnehmern zur Selektion missbrauchen könnten: "Wenn das Usus wird, werden Arbeitnehmer zweiter Klasse geschaffen", kritisiert Dorner. ****

Die Stigmatisierung von Menschen aufgrund einer Krankheit bedeute "einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen und stellt zugleich eine schwere Form der Diskriminierung dar". Vorgangsweisen wie offensichtlich bei der ÖBB müssten daher dringend unterbunden werden und erforderten nicht nur "rasche Aufklärung, sondern auch entsprechende Sanktionen", so der Ärztekammerpräsident.

Die Gefahr, die Dorner hier sieht: "Viele Patienten werden künftig nicht mehr ihren Arzt aufsuchen, in der Angst, dass diese Daten an den Dienstgeber oder sonst irgendwen gelangen könnten."

Der Gesundheitszustand des Einzelnen sei der "intimste Bereich des Menschen". Dorner: "Nicht umsonst sind diese Daten vertraulich und daher bei unvoreingenommenen Ärztinnen und Ärzten besser angelegt als beim Arbeitgeber." (kp)

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