Frauenberger: Wien hilft internationalen Frauenprojekten

Im Mittelpunkt stehen Ausbildung und Schutz vor Gewalt

Wien (OTS) - Heute, Freitag, haben wieder zwei Projekte der Wiener Auslandshilfe zur Armutsbekämpfung in Indien bzw. im Irak den zuständigen Gemeinderatsausschuss für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal passiert. Für die beiden Projekte stellt die Stadt Wien je 20.000 Euro zur Verfügung. Gefördert wird eine Berufsschulausbildung für Mädchen in Südindien und ein Sozialprojekt für inhaftierte Frauen im Nordirak.****

Frauenberger: "Zeichen setzen im Sinne der internationalen Frauensolidarität"

Dazu Frauenstadträtin Sandra Frauenberger: "Frauen sind weltweit mehr als Männer von Hunger, Armut, von Analphabetentum, von psychischer, physischer und sexueller Gewalt betroffen. Sie sind in größerer Zahl auf der Flucht vor Kriegen, vor Hunger, vor Krankheiten und Verfolgung. " So sind 70 Prozent der 1,3 Mrd. armen Menschen weltweit Frauen, 66 Prozent der AnalphabetInnen sind Frauen und 33 Prozent der Frauen sind Opfer von Gewalt. "Trotzdem, seien Frauen, so die Stadträtin weiter auch überall auf der Welt die Trägerinnen von Entwicklung.

Die Stadt Wien unterstützt daher Frauen und Mädchen weltweit u.a. mit Projekten insbesondere im Rahmen von Bildungs- und Ausbildungsförderung. Die jetzt beschlossenen Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation von besonders von Gewalt betroffenen und diskriminierten Frauen im Irak und Indien seien auch ein Zeichen der internationalen Frauensolidarität, betonte die Stadträtin.

Rechtliche, psychologische und medizinische Beratung für Frauen in der Krisenregion Irak

Frauen in der Krisenregion Irak befinden sich bedingt durch Krieg, Gewalt und ihre soziokulturelle Benachteiligung in einer äußerst prekären Lage. Zahlreiche Frauen und Mädchen gelangen in Untersuchungshaft bzw. verbüßen sie im Straf- und Jugendgefängnis der nordirakischen Stadt Sulaimania eine Haftstrafe, die über sie wegen Ehebruchs, Prostitution, Kuppelei oder "Herumtreiberei" verhängt wurde. Ehebruch und Prostitution sind im Irak strafbar und werden mit bis zu drei Jahren Haft geahndet. Oft zeigen Ehemänner, die sich von ihren Frauen ohne eigenen sozialen Makel trennen wollen, diese wegen Ehebruchs an. Selbst wenn diese Vorwürfe nicht bewiesen werden können, sind die Frauen nach ihrer Entlassung aus der U-Haft sozial stigmatisiert. Ebenso geraten Frauen in die Mühlen der Justiz, wenn sie sich einer Zwangsehe entziehen, oder der Gewalt in der Ehe entfliehen wollen und eine Scheidung beabsichtigen.

Der Verein Liga für emanzipatorische Entwicklungspolitik wird im Rahmen des nun bewilligten Projekts Rechtsbeistand leisten, psychologische und medizinische Beratung anbieten. Ein wichtiger Punkt ist auch die sozialarbeiterische Arbeit mit den Familien der Gefängnisinsassinnen. Dabei gilt es, Perspektiven für die Frauen nach ihrer Entlassung zu erarbeiten und die Reintegration bzw. den Schutz vor Gewalt und Ehrenmorden zu gewährleisten. Begleitend zum Projekt erfolgt auch eine Lobbyingarbeit zur Verbesserung der Haftbedingungen.

Bildungs- und Berufschancen für Mädchen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben

Mit dem zweiten Projekt wird jungen Frauen aus sozial benachteiligten Familien, die der indischen Kaste der "Unberührbaren" angehören, eine Chance auf eine bessere Berufsausbildung ermöglicht. Sie erhalten eine Ausbildung im Bereich Computertechnik bzw. Nahrungsmittelverarbeitung. Diese weiterführende Ausbildung, die am Bedarf des lokalen Arbeitsmarkt orientiert ist, bietet den jungen Frauen auch eine echte Chance, in nicht-traditionellen Berufen erwerbstätig zu werden.

Frauenberger abschließend: "Wien hat schon in den beiden vergangenen Jahren bei der Auslandshilfe ein Schwerpunkt auf Ausbildungsprojekte insbesondere für Frauen und Mädchen in besonders benachteiligen Regionen gesetzt. Denn das ist die Grundvoraussetzung für ein sicheres, unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Hier werden wir kontinuierlich weiterarbeiten. Ich sehe die Aktivitäten der Stadt Wien, die "Hilfe vor Ort" aber auch als Teil einer effizienten Migrations- und Integrationspolitik. Denn es muss unser generelles Ziel sein, durch sinnvolle entwicklungspolitische Maßnahmen, die Lebenssituation der Menschen gerade auch in den Ausgangsländer von Migration zu verbessern. Wien trägt seinen Teil dazu jedenfalls bei." (schluss) gph

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