WKÖ: "Scheinwerfer" in der Umweltpolitik dringend auf KMU richten

Workshop von EU-Kommission, Lebensministerium und WKÖ diskutiert Verbesserungen in der Umweltpolitik - "KMU-Check" bei allen neuen Gesetzesvorschlägen gefordert

Wien (OTS/PWK666) - Klein- und Mittelbetriebe sind das wirtschaftliche Rückgrat in Österreich und der gesamten EU. Die Befolgung von Umweltschutzvorschriften, zu hohe bürokratische Anforderungen beim Zugang zu Förderungen sowie das fehlende Wissen über mögliche ökologische und damit auch ökonomische Verbesserungen stellen jedoch gerade für KMU besondere Herausforderungen dar. Wie die Umweltperformance von KMU optimiert werden kann ohne ihnen dabei zugleich überbordende Lasten aufzuhalsen, war Thema eines Workshops in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), an dem auch Vertreter der Europäische Kommission und des Lebensministeriums teilnahmen.

Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik der WKÖ, forderte, bei neuen politischen Vorhaben und Gesetzesvorschlägen konsequent einen "KMU-Check" anzuwenden. "Wichtig ist auch, die Förderbürokratie in der EU und in Österreich weiter zu reduzieren. Gerade um auch kleineren Betrieben eine Chance zu geben, müssen Mindestförderschwellen vermieden werden." Wichtig seien auch innovative Instrumente, die "maßgeschneidert" für die Bedürfnisse von KMU sind, so Schwarzer mit Verweis auf den KMU-Energieeffizienzscheck. Last but not least müssen die KMU-Dachverbände auf EU-Ebene bei der Politikgestaltung verstärkt und gleichberechtigt mit den Industriedachverbänden eingebunden werden.

Auch die Vertreterin der EU Kommission, Imola Bedö, betonte die Notwendigkeit, die Interessen der KMU verstärkt in bestehende und neu zu gestaltende Politikinstrumente einzubringen. Unter dem Motto "Klein-Sauber-Wettbewerbsfähig" stellte sie das EU-Umweltprogramm vor, das viele konkrete Angebote für die Unternehmen beinhaltet.

Viele Teilnehmer des Workshops sprachen sich dafür aus, verstärkt lokale Vernetzungen zwischen Unternehmen zu forcieren. Dadurch soll der Pool an Wissen über mögliche Förderungen oder innerbetriebliche Maßnahmen zur Steigerung der Umweltperformance geteilt werden. Gefordert wurde auch ein "Screening" bestehender Umweltschutzvorschriften. "Klare Vorschriften werden viel eher befolgt als unklare", betonte Schwarzer. Außerdem sollen unnötige Meldepflichten reduziert werden. "Erfreulich und ermutigend", so Schwarzer, sei der allgemeine Tenor aus den vorgestellten Best-Practice-Beispielen, der da lautet: Umweltschutz rechnet sich -und zwar gerade auch für KMU.

Die gesammelten Vorschläge werden nun aufbereitet und im Anschluss als Forderungskatalog an die Politik und an andere zuständige Stellen übermittelt werden. (SR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, Nachhaltigkeitskoordinator der WKÖ, Mag. Christoph Haller, Tel.: (++43) 0590 900-4196, christoph.haller@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005