Beschäftigungslage in der Industrie trübt sich weiter ein

Weiter Auftragsminus und starker Einbruch der Produktion - Herbstlohnrunde mit schwierigen Vorzeichen

Wien (OTS/PWK665) - "Noch keine Aussichten auf Besserung gibt
es aus Sicht der heimischen Industrie. Die Krise hat uns weiterhin fest im Griff. Die Beschäftigungslage trübt sich mittlerweile stark ein, das Auftragsminus sowie die damit verbundenen Produktionseinbrüche halten weiter an", betonte heute, Freitag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Manfred Engelmann im Rahmen der Quartalspressekonferenz der Sparte. Für die Herbstlohnrunde seien das schwierige Vorzeichen, denn insbesondere in den Fachverbän-den des Eisen/Metall-Sektors ist die Lage deutlich angespannter als im gesamten Industriedurchschnitt.

Konkret reduzierten sich die um die Storni bereinigten Auftragseingänge sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal um insgesamt knapp 30 % im Durchschnitt. Im Mai lagen die Auftragseingänge der Industrie um 24,5 Prozent unter denen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders betroffen zeigten sich die Fachverbände Bergwerke und Eisenerzeugung, Holzindustrie, Gießereiindustrie, NE-Metall, Lederverarbeitung aber auch die Fahrzeugindustrie und der Fachverband Maschinen- und Metallwaren. In der gesamten Industrie betrug der Rückgang der bereinigten Auftragseingänge in den ersten 5 Monaten des laufenden Jahres 27,8 Prozent, was einem Minus von 10 Mrd. Euro (!) auf 25,9 Mrd. Euro entspricht. Allein die Auslandsauftragseingänge gingen in den ersten 5 Monaten 2009 um 31 Prozent oder 8 Mrd. Euro auf 17,8 Mrd. Euro zurück. "Dieses Volumen können unsere Betriebe nicht so einfach wegstecken. Bei vielen unserer KMU ist dadurch die betriebliche Substanz betroffen", warnt Engelmann.

Wertmäßig wurden die größten Exportrückgänge im 1. Halbjahr 2009 in den Bereichen Maschinen und Apparate mit minus 3,1 Mrd. Euro, KFZ und Motorräder mit minus 3 Mrd. Euro, elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren mit minus 1,62 Mrd. Euro sowie Eisen und Stahl mit minus 1,57 Mrd. Euro verzeichnet. Der damit verbundene Einbruch der Industrieproduktion schlägt sich in folgenden Zahlen nieder: Im Mai betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 24 Prozent. Gemessen an den Vorjahren fiel die Industrieproduktion mit einem Wert von 45,8 Mrd. Euro (minus 18,7 Prozent gegenüber 1-5/2008) auf die Werte der Jahre 2005/2006 zurück.

Beschäftigungsminus von 6 Prozent im 2. Quartal

Die Auswirkungen auf die Beschäftigungslage in der Industriebeschäftigung sind daher deutlich: Konnte bis zum Ende des Vorjahres die Beschäftigung gehalten werden, muss für das 2. Quartal mit einem Rückgang bei den Industriebeschäftigten von sechs Prozent gerechnet werden. Ausbauen konnten die Betriebe aber die Zahl der Lehrlinge, die sich im Zeitraum Jänner bis März 2009 um 4,6 Prozent vergrößerte.

"Im dritten Quartal werden wir es mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu tun haben", so Engelmann. Erst für das Schlussquartal ist mit einer Stabilisierung der Auftragseingänge der Industriebetriebe auf niedrigem Niveau zu rechnen.

Bei der Produktion fiel der Saldo der erfassten 18 Fachverbandseinschätzungen "steigend" minus "fallend" von "-1" (3. Quartal 08) über "-10" für das 4. Quartal bzw. "-12" für das Startquartal 2009 noch weiter auf "-13". Von diesen rechnen acht Fachverbände darüberhinaus mit besonders starken Produktionseinbußen. Fünf Branchen erwarten eine gleichbleibende Produktionsentwicklung. Der Saldo der "Beschäftigten" hat sich mit einer Messzahl "- 13" gegenüber "-10" im Vorquartal deutlich verschlechtert. Drei Viertel der Industriefachverbände rechnen mit einem Beschäftigtenabbau, ein Viertel mit einer gleich bleibenden Entwicklung. (us)

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