GLOBAL 2000 deckt auf: Atom-Lobby will Mochovce-Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sabotieren.

Umweltschutzorganisation macht Strategiepapier des Mochovce-Betreibers öffentlich

Wien (OTS) - Ein internes Strategiepapier des Betreibers von Mochovce belegt den Versuch, die Umweltverträglichkeitsprüfung zur Fertigstellung der Blöcke 3 und 4 des slowakischen Atomkraftwerks zu manipulieren, zu sabotieren, und zu verhindern. "Dieses Dokument zeigt, dass die Betreiber von Mochovce mit allen Mitteln versuchen, ihre veraltete Technologie zum Einsatz zu bringen. Rechtsstaatlichkeit, internationale Abkommen, BürgerInnenbeteiligungen und die Sicherung der Gesundheitsinteressen der eigenen Bevölkerung, sowie die der Menschen in den Nachbarländern werden nur als Stolpersteine auf dem Weg zu hohen Kapitalerträgen gesehen. Und diese Stolpersteine sollen skrupellos aus dem Weg geräumt werden", empört sich Jens Karg, Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.
Das Dokument, das der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zugespielt wurde, belegt den Plan des Kraftwerksbetreibers das gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Hearing in Wien zu verhindern. Das slowakische Hearing in Bratislava hingegen soll vollständig von der Atom-Lobby inszeniert werden, kritische Stimmen sollen damit nicht zum Zuge kommen. Durch den Transport von Angestellten von Mochovce 1 und 2 zum Hearing soll sichergestellt sein, dass eine pronuklearen Haltung im Publikum überwiegt. Die Umgebung des Hearings soll für für Demonstrationen von WONUC (Weltorganisation der Arbeiter der Nuklearindustrie) reserviert werden. Damit sollen Proteste gegen Mochovce unmöglich gemacht werden. Eine komplexe Registrierung und die Bevorzugung von "vor-registrierten Teilnehmerinnen", bei gleichzeitiger Beschränkung auf 150 Personen, soll zusätzlich eine Dominanz der Nuklear-Lobby gewährleisten.
Unter dem Kapitel 'unerledigte Probleme' findet sich im slowakischen Dokument der Punkt: 'Lösung des Themas Flugzeugabstürze (SE und UJD Verantwortlichkeit)' . Bedingt durch die völlig veraltete sowjetische Konstruktion aus den 1970-er Jahren, verfügen die Mochovce-Reaktoren über keinen Schutz gegen schwere Unfälle und äußere Einwirkungen, wie z.B. Absturz eines Flugzeuges. Ein Faktum, das auch von der EU-Kommission im Rahmen ihrerUmweltschutzorganisation macht Strategiepapier des Mochovce-Betreibers öffentlich
Stellungnahme zu Mochovce bemängelt wurde. "Hier zeigt sich, dass SE /ENEL genau weiß, dass die größten Sicherheitsprobleme nicht gelöst sind und auch nicht gelöst werden können. Eine wirkliche Umweltverträglichkeitsprüfung würde das klare Aus für Mochovce bedeuten", so Patricia Lorenz, Atom-Expertin von GLOBAL 2000.
"Wir fordern Umweltminister Berlakovich und die verantwortlichen PolitikerInnen der Länder auf, diese Farce nicht zu dulden. Sie müssen den KollegInnen in der Slowakei unmissverständlich klar machen, dass Österreich auf Punkt und Beistrich die Anforderungen an eine wirkliche Umweltverträglichkeitsprüfung einfordert. Ein zynisches Spiel mit den vitalen Interessen der Österreicherinnen und Österreicher werden wir nicht zulassen", so die UmweltschützerInnen.

Das slowakische Geheimdokument, sowie weitere Informationen finden Sie unter: www.global2000.at

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