GMTN-Wimmer: "Schönwetter-Sozialpartnerschaft" ist falsches Signal

Landeskonferenz von GMTN und GdC Wien vor Gründungskongress

Wien (GMTN/GdC) - "Es kann nicht nur eine "Schönwetter"-Sozialpartnerschaft geben. Arbeitgeber müssen gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre Verantwortung wahrnehmen", sagte Rainer Wimmer, gf. Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), bei der Landeskonferenz Wien von GMTN und der Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC) am 9. September 2009 in Wien. "In der Vergangenheit haben die Unternehmen sehr gut verdient. Es ist nur gerecht, dass auch die Beschäftigten einen fairen Anteil am Kuchen erhalten", so Wimmer mit Blick auf die bevorstehende Herbstlohnrunde."++++

"Nulllohnrunden wird es daher mit uns nicht geben", so Wimmer hinsichtlich einiger Zurufe nach Lohnzurückhaltung und Lohnverzicht. Nulllohnrunden haben nicht nur negative Auswirkungen auf die Kaufkraft und die Binnennachfrage, sie sichern auch keine Arbeitsplätze und führen zu enormen Verlusten für jede/n einzelne/n ArbeitnehmerIn. Der Nullohnrunden-Rechner des ÖGB (www.nulllohnrunde.at) zeigt auf, wie viel Geld ArbeitnehmerInnen bei nur einer einzigen Nulllohnrunde verlieren würden.

ÖGB-Präsident Erich Foglar ging in seinen Begrüßungsworten auf die Notwendigkeit starker Gewerkschaften ein, um auch in Zukunft die Herausforderungen am Arbeitsmarkt bewältigen zu können. Eine gestiegene Arbeitslosigkeit von 30 Prozent im Vergleich zum August des Vorjahres mache deutlich, wie wichtig die Umsetzung der beschlossenen Arbeitsmarktpakete ist.

Zugleich seien gerade die Maßnahmenpakete der letzten Monate ein anschauliches Beispiel, wie erfolgreich Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind. "Wir schrecken vor keinen Herausforderungen zurück und werden auch in Zukunft um jeden Arbeitsplatz kämpfen", so AK-Präsident Herbert Tumpel auf der Landeskonferenz.

"Die Krise darf nicht dazu missbraucht werden, um die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Frage zu stellen", betonte der stv. GdC-Vorsitzende Rudolf Baldinger. "Wir sind in der Zukunft mehr gefordert denn je. Wenn wir jedoch zusammenhalten, Mut und Solidarität aufbringen, dann bin ich optimistisch, dass wir in eine gute Zukunft gehen", so Baldinger mit Blick auf die bevorstehende Neugründung der Produktionsgewerkschaft pro.ge.

"Gemeinsam mit der Gewerkschaft der Chemiearbeiter werden wir dafür sorgen, dass soziale Gerechtigkeit nicht zu einem Schlagwort verkommt", ergänzte die gf. GMTN-Landessekretärin Beate Albert, die in ihrem Bericht Bilanz über die vergangenen drei Jahre zog. "Die wirtschaftliche Situation hat sich auch in unseren Betrieben niedergeschlagen", so Albert. Doch Anlass zum Trübsalblasen gebe es nicht. Immerhin zeige gerade die Gründung zahlreicher Betriebsratskörperschaften in Betrieben mit Kurzarbeit die Stärke und Notwendigkeit von Gewerkschaften.

Zwtl. Neues Landespräsidium gewählt

Auf der gemeinsamen Landeskonferenz wählten die Delegierten Josef Utzig (Siemens AG Österreich) zum neuen Landesvorsitzenden. Zu seinen StellvertreterInnen wurden Renate Blauensteiner (General Motors), Georg Buchner (Fernwärme Wien), Christian Hauck (Coca Cola), Reinhold Prinz (Henkel), Franz Schuh (Siemens STS), Michael Walczyk (MAN) und der neue Jugendvorsitzende Sascha Ernszt (Siemens) gewählt.

Die Gewerkschaftstage von GMTN und GdC sowie der anschließende Gründungskongress der Produktionsgewerkschaft pro.ge finden von 25. bis 27. November 2009 im Austria Center Vienna statt. Unter der Webadresse www.gewerkschaftstag.at sind alle wichtigen und aktuellen Informationen rund um die Gewerkschaftstage zu finden.

ÖGB, 9. September 2009 Nr. 521

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