Erich Haider: OÖ braucht eine Jugend-Ausbildungsgesellschaft

Kein Jugendlicher darf ohne Lehr- oder Arbeitsplatz auf der Straße stehen!

Linz (OTS) - Oberösterreichs SPÖ-Landesvorsitzender LH-Stv. Erich Haider schlug heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Schaffung einer Jugend-Ausbildungsgesellschaft für Oberösterreich vor, um alle Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildung zu bündeln, auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Die AK OÖ hat bereits angekündigt, dafür sofort 500.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Im Falle einer SPÖ-geführten Landesregierung würde es dafür auch vom Land Oberösterreich finanzielle Unterstützung geben. Erich Haider: "Wenn ich Landeshauptmann bin, garantiere ich, dass kein Jugendlicher ohne Job auf der Straße steht!"

41% mehr Jugendliche auf Jobsuche

Über 10.000 Jugendliche sind derzeit offiziell als arbeitslos gemeldet bzw. befinden sich gerade in einer Schulungsmaßnahme des AMS. 2003 traf dieses Schicksal "nur" rund 7.000 junge Menschen. Aktuell sind in unserem Bundesland also fast 41% Jugendliche mehr auf Jobsuche, als noch im Jahre 2003.
Größte rechnerische Lehrstellenlücke seit langem
Auch bei den Lehrlingen ist die Lage in Oberösterreich angespannt. Eine positive Sonderstellung unseres Bundeslandes ist nicht (mehr) erkennbar. Oberösterreich hat Ende August 2009 mit 1.556 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden, das sind 18,5 % mehr als im Vorjahr, den zweithöchsten Wert aller Bundesländer Beim AMS OÖ sind lediglich 704 sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet, das sind um 32,8 % weniger als im Vorjahr. Oberösterreich belegt zwar auch auf dieser Liste den zweiten Rang, jedoch ohne große Unterschiede zu den anderen Bundesländern. Die "rechnerische Lehrstellenlücke" beträgt in Oberösterreich -852, das ist die größte seit langem.

"Die Jugendlichen sind in unserem Bundesland von der gegenwärtigen schlechten wirtschaftlichen Situation besonders betroffen und brauchen daher unsere volle Aufmerksamkeit. Wir sind es der jungen Generation schuldig, Perspektiven und faire Jobchancen zu bieten. Dazu müssen wir auch neue, innovative Wege gehen. Das Land OÖ muss also - gemeinsam mit den Sozialpartnern - die Schaffung einer Jugendausbildungsgesellschaft rasch in die Wege leiten", meint LHStv. DI Erich Haider.

In Oberösterreich fehlen auch überbetriebliche Ausbildungsstätten, die bei mangelnden Angeboten der Wirtschaft Jugendliche in wichtigen Lehrberufen ausbilden könnten. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Ausbildungsgarantie. Funktionierende Beispiele dafür gibt es bereits in Wien und der Steiermark (bald auch in Niederösterreich). Ähnliche Angebote könnte es auch von der Jugendausbildungsgesellschaft für unser Bundesland geben.

"Im Übrigen begrüße ich die arbeitsplatzsichernden Maßnahmen der SP-geführten Bundesregierung unter der Federführung von BM Rudolf Hundstorfer, von denen die arbeitenden Menschen auch in unserem Bundesland sehr profitieren", meint abschließend LHStv. DI Erich Haider.

Arbeitsplätze erhalten - neue schaffen

Sozialminister Hundstorfer betonte, dass Oberösterreich arbeitsmarktpolitisch immer ein Motor für neue Ideen gewesen sei. Österreich habe es durch konsequente sozialdemokratische Arbeitsmarktpolitik geschafft, den Anstieg der Arbeitslosigkeit so stark zu dämpfen wie kein anderes Land. Die Arbeitslosigkeit ist seit vergangenem September in der Gesamt-EU und in Japan ca. 3mal so stark gestiegen, in den USA sogar 5mal so stark. Der österreichischen Bundesregierung ist es durch rasch gesetzte Maßnahmen gelungen, die Auswirkungen der Krise erfolgreich zu bekämpfen. Dem Arbeitsmarktservice ist es heuer gelungen, bis Ende August insgesamt mehr als 400.000 arbeitslose Menschen in Arbeit zu vermitteln. Rund 55.000 Menschen haben nach Absolvierung einer AMS-Schulung eine neue Arbeitsstelle gefunden.

97.000 Arbeitsplätze durch Konjunktur- und Arbeitsmarktpakete -Oberösterreich profitiert überdurchschnittlich

Dass Österreich im Vergleich der Europäischen Staaten nach wie vor die zweitniedrigste Arbeitslosenrate vorweisen kann, ist kein Zufall. Auch die etablierten Forschungsinstitute bestätigen, dass die Konjunktur- und Arbeitsmarktpakete eine Vielzahl von Arbeitsplätzen gesichert oder neue geschaffen haben. In ganz Österreich sind es 97.000 Arbeitsplätze - alleine in Oberösterreich rund 21.000 Jobs, die durch diese Maßnahmen erhalten werden konnten. Oberösterreich profitiert daher von den arbeitsplatzsichernden Maßnahmen der SPÖ-geführten Bundesregierung überdurchschnittlich, nicht zuletzt wegen der Kurzarbeit, die hier aufgrund der starken Industrie besonders häufig in Anspruch genommen wurde.

Das Engagement der Bundesregierung hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich gebremst. Ohne öffentliche Interventionen wären zusätzliche 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Arbeitslosenquote wäre ohne effiziente Gegensteuerung um 1.4 Prozentpunkte höher. Dabei ist zu berücksichtigen, dass jeder Anstieg der Arbeitslosenquote um 1% Prozentpunkt in den öffentlichen Haushalten Kosten von ca. 1 Mrd. Euro verursacht. Durch die Maßnahmen konnten also Mehrausgaben von ca. 1,4 Mrd. Euro eingespart werden.

"Schwung für den Aufschwung" - Bildung schafft Arbeit

"Der wichtigste Schlüssel, um Arbeitslosen neue Beschäftigungschancen zu ermöglichen sind Investitionen in Bildung, Weiterbildung und Qualifizierung", so Hundstorfer. Das Arbeitsmarktservice investiert heuer so viel wie nie zuvor, nämlich rund 700 Mio. Euro in Qualifizierung, um Arbeitslose fit für die Zukunft zu machen.
Mit dem Qualifizierungsbonus erhalten arbeitslose Personen eine bessere soziale Absicherung und damit die Chance, an länger dauernden AMS Kursen teilzunehmen und so z.B. einen Lehrabschluss zu erlangen. Der Minister setzt auch auf einen Ausbau der Kurzarbeit mit Qualifizierung und auf die Bildungskarenz Plus , mit der ein weiterer Schritt gesetzt, wird um Arbeitskräfte auch während wirtschaftlich schwieriger Zeiten in den Unternehmen zu halten. Weiters wird gezielt die Bildungs- und Berufsorientierung bei Jugendlichen verstärkt.

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