Wlodkowski: Einkommensplus 2008 bereits von Wirklichkeit eingeholt

Teure Betriebsmittel schmälern Einkommenszuwachs spürbar

Wien (OTS) - "Das äußerst schmale Einkommensplus 2008 von nur 1% je bäuerlichem Betrieb wurde mittlerweile von der Wirklichkeit eingeholt. Denn ein anhaltendes Allzeit-Preistief bei Milch und seit Monaten schwach notierende Schweine- und vor allem Getreidepreise stellen die Bauern im heurigen Jahr bereits auf eine harte wirtschaftliche Probe", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, zu den heute im Ministerrat präsentierten Einkommenszahlen 2008 fest. "Diese Zahlen zeigen zudem die große Bedeutung der öffentlichen Gelder, die rund 20%, gemessen am Ertrag der Betriebe, ausmachen. Hier wird erneut sichtbar, wie wichtig eine funktionierende Gemeinsame EU-Agrarpolitik mit Marktordnungsinstrumenten einerseits und einer funktionierenden Ländlichen Entwicklung andererseits auch nach 2013 ist", unterstrich Wlodkowski.

2008: De-facto-Stillstand

Die Einkünfte je Betrieb lagen im Jahr 2008 bei EUR 26.483,- pro Betrieb. Das ist ein Plus von 1% gegenüber 2007. Betrachtet man die Betriebsformen und Produktionsgebiete im bundesweiten Durchschnitt, so zeigt sich de facto ein Stillstand bei der Einkommensentwicklung, obgleich beachtliche regionale Unterschiede vorherrschen.

"Am Beispiel des Milchpreises wird schnell klar, dass selbst das knappe Vorjahres-Plus mittlerweile längst Geschichte ist: Im Erhebungszeitraum des 'Grünen Berichts 2008' der nun vorgelegt wurde, erlöste ein Milchbauer noch knapp 40 Cent pro Kilogramm, nun erhält er weniger als 30 Cent", erläuterte Wlodkowski.

Große Spannweite beim Einkommen

Den größten Zuwachs mit 6% verzeichneten die Futterbaubetriebe, gefolgt von den Dauerkulturbetrieben mit einem 2%igem Plus. Hingegen mussten die Veredelungsbetriebe ein Minus von 15% und die gemischten landwirtschaftlichen Betriebe eines von 12% hinnehmen. Die Spannweite der Unterschiede nach Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft je Betrieb reichte von minus 14% im Kärntner Becken bis plus 23% am Alpenostrand. Die Bergbauernbetriebe schnitten jedoch durchschnittlich besser ab als die übrigen Betriebe, wodurch sich auch die Einkommensunterschiede zwischen den Berg- und sonstigen Gebieten verringert haben.

2008: Teure Betriebsmittel wirkten sich negativ aus

Der Aufwand, also die Kosten für Investitionen und Betriebsmittel, wie Energie, Treibstoff, Dünger oder Pflanzenschutzmittel, für Dienstleistungen oder Futtermittel, stieg im Vorjahr um 10%. Konkret wurden Düngemittel um 29% teurer, Saatgut kostete um 12% mehr und Pflanzenschutzmittel um 15%. Die Ausgaben für die Bodennutzung stiegen insgesamt um 17%. Auch die Futtermittel (plus 8%) und der Viehzukauf (plus 7%) verteuerten sich. Die Energiekosten stiegen insgesamt um 16%, wobei den größten Anteil an den Preissteigerungen die Dieselkosten ausmachten.

Verlässlichkeit und Planbarkeit

"Da die Marktschwankungen in Zukunft noch viel stärker und auch schneller erfolgen werden, muss eine verlässliche und sich nicht täglich ändernde Agrarpolitik das Rückgrat für die europäische und österreichische Landwirtschaft bilden. Wir verlangen daher auch im Hinblick auf die im Herbst beginnenden Verhandlungen über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 Verlässlichkeit und Planbarkeit", forderte Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
Tel +43/1/53441-8521, Fax +43/1/53441-8519,
E-Mail j.siffert@lk-oe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0001