ÖAMTC: Zwar positive Halbjahres-Unfallstatistik - aber kein Grund zum Zurücklehnen

Mehr Todesfälle bei Mopedfahrern und Kindern, Österreich hinkt Schweiz und Deutschland hinterher

Wien (OTS) - Auf den ersten Blick liefert die Halbjahres-Unfallstatistik Grund zur Zufriedenheit: Die Unfallzahlen sinken, die Zahl der Getöteten und Verletzten ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Von Jänner bis Juni sind auf Österreichs Straßen 287 Menschen bei einem Unfall gestorben, das bedeutet ein Minus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vergleichszeitraum 2008: 312; 2007: 324 Getötete). Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist gegenüber dem Vorjahr (Zeitraum: Jänner bis Juni) um 5,3 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten durch einen Verkehrsunfall ist um 4,5 Prozent gesunken.

"Man muss bei diesen Zahlenvergleichen bedenken, dass es durch den langen schneereichen Winter in diesem Jahr weniger Verkehr gegeben hat. Deshalb hinkt der Vergleich mit dem Vorjahr und eigentlich müssten wir eine bessere Zwischenbilanz vorweisen können", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Mehr getötete Kinder und Mopedlenker bzw. Getötete bei Alkoholunfällen

Sehr negativ in Österreich fällt auf, dass heuer im ersten Halbjahr mehr Kinder (zehn gegenüber sieben im Vorjahr) und Mopedfahrer (zwölf gegenüber sieben im Vorjahr) im Straßenverkehr gestorben sind. Bei Alkoholunfällen mit tödlichem Ausgang gab es gegenüber dem Vorjahr kaum eine Veränderung (2009: 25, 2008: 27 Getötete). Davon sind heuer von Jänner bis Juni 13 Personen im Ortsgebiet getötet worden, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es zehn Menschen. "Künftig muss die Kontrolldichte erhöht werden, damit die neuen strengeren Sanktionen präventiv auch ihre Wirkung entfalten", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Im D-A-CH-Vergleich ist Österreich das Schlusslicht

Kein Grund zum Jubeln ist die Abnahme um 5,3 Prozent bei den Unfällen mit Personenschaden und um 4,5 Prozent bei den Verletzten. "In Deutschland und in der Schweiz gibt es eine wesentlich bessere Entwicklung als in Österreich", sagt die ÖAMTC-Expertin. In Deutschland beispielsweise gab es im ersten Halbjahr 6,5 Prozent weniger Verletzte als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Schweiz meldet von Jänner bis Juni 2009 rund 13 Prozent weniger Verunglückte als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Bei der Anzahl der Verkehrstoten gibt es sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland elf Prozent Rückgang. Das Alpenland Schweiz führt seine erfreuliche Entwicklung auf den langen schneereichen Winter zurück. Die Straßen waren lange schwer befahrbar, die Lenker daher langsamer und vorsichtiger unterwegs. "Das wären eigentlich die gleichen äußeren Voraussetzungen wie auch in Österreich", merkt die ÖAMTC-Psychologin an. Eklatant ist der Unterschied zwischen Österreich und Deutschland bei der Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder. "Ein Rückgang von 43 Prozent - das ist sensationell und höchsterfreulich für Deutschland. Österreich hinkt leider zur Zeit sehr weit hinterher", sagt Seidenberger.

Auch weiter weg, in den USA, ging die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr gegenüber 2008 um 9,1 Prozent zurück. Mögliche Gründe dafür sind dort weniger die Witterung als die Rekordpreise beim Kraftstoff, wodurch weniger gefahren wurde. "Außerdem schnallen sich mehr Amerikaner als früher an und Alkoholverbote werden strenger exekutiert", so die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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