Scheer: "Warum Millionen im Sand vergraben?"

Wien (OTS) - Dass Mammut-Projekte wie die Gaspipeline Nabucco, das Wüsten-Solarprojekt Desertec oder die Investitionen in die CCS-Technologie unnötig sind, zeigt die Internationale Ökoenergie-Konferenz, vom 19. bis 21. Oktober 2009 in der Marktgemeinde Sand in Taufers/Südtirol.

Wie Energieversorgung nachhaltig, dezentral und zugleich mit maximaler Wertschöpfung im ländlichen Raum funktioniert, soll am Austragungsort der Internationalen Ökoenergie-Konferenz, Sand in Taufers, gezeigt werden. Ein beispielgebender Mix in der Nutzung von Biomasse, Biogas, Wasserkraft, Photovoltaik und Windenergie führt milliardenschwere Investitionen in Mammut-Projekte, die weder der Versorgungssicherheit noch der Schaffung von regionalen Arbeitsplätzen, sondern einzig und allein der Gewinnmaximierung und dem Ausbau der Monopolstellung großer Energie-Konzerne dienen, ad absurdum. Bereits jetzt werden in Südtirol 51 Prozent der für Strom und Wärme benötigten Energie mit Erneuerbaren erzeugt. Bis 2020 sollen es 75 Prozent werden.

Desertec ergibt keinen Sinn

"Ein Großprojekt wie das Wüsten-Solarprojekt Desertec ergäbe nur dann Sinn, wenn das Potenzial erneuerbarer Energien hierzulande nicht ausreichen würde. Zahlreiche Beispiele beweisen, dass genügend Ressourcen vorhanden sind und nur genutzt werden müssen. Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Solarstrom aus Nordafrika auf dem von Desertec versprochenen Preisnivau geliefert werden kann - also frühestens 2020 - wird die Solar- und Windstromerzeugung deutlich günstiger sein", so der Alternativ-Nobelpreisträger Hermann Scheer. In seinem Vortrag "Energiewende Now!" auf der Internationalen Ökoenergie-Konferenz wird der Vorsitzende des Weltrates für erneuerbare Energien aufzeigen, wie Wirtschafts-, Ressourcen- und Klimakrise durch die Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare Energieträger gelöst werden können.

Nabucco ist fahrlässig

"Angesichts einer rückläufigen Gasproduktion in Europa und der jährlich wiederkehrenden Gaskrisen, auf das Pipelineprojekt Nabucco zu setzen, grenzt wahrlich an grobe Fahrlässigkeit - auch wenn hier die Rede von der Diversifizierung der Gaslieferanten die Rede ist", erklärt Ernst Scheiber, Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes. "Ebenso wichtige Aspekte wie die Probleme der Abhängigkeit vom Ausland, das Kontakarieren der heimischen Klimaschutzziele sowie die verschwindend geringe heimische Wertschöpfung werden in der Diskussion völlig ignoriert. Mit einem Bruchteil der geplanten Investitionskosten wäre die Umstellung der Wärmeversorgung von Haushalten und Betrieben auf Erneuerbare in relativ kurzer Zeit zu bewältigen", so Scheiber weiter.

CCS-Technologie schießt am Ziel vorbei

"Die Entwicklung, Millionen an Fördergeldern in die Erforschung der CCS-Technologie (Carbon Dioxide Capture and Storage) zu pumpen, ist äußerst bedenklich. Die Bunkerung von Milliarden Tonnen CO2 verursacht enorme Kosten. Daran werden auch zukünftige Forschungsergebnisse nichts ändern. Verbunden mit der durch den Peak Oil verbundenen Rohstoffverknappung wird das zu unabsehbaren Folgen führen. Wer auf die CCS-Technologie setzt, setzt auf fossile Rohstoffe und somit auf das falsche Pferd", ist Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes, überzeugt.

Ein zentrales Thema der Konferenz ist die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien und deren Auswirkungen auf Österreich und Italien. Hochkarätige Experten wie der deutsche Zukunftsforscher Franz Josef Radermacher werden neue Blickwinkel eröffnen. Aktuelle Entwicklungen in der Energiebranche sowie bewährte und neue Technologien stehen ebenso auf der Agenda wie Forschungsprojekte und Best-Practice-Beispiele. Podiumsdiskussionen und Exkursionen runden das Konferenzprogramm ab.

Das aktuelle Programm der Internationalen Ökonergie-Konferenz und das Online-Anmeldeformular finden Sie ab sofort auf unserer Homepage www.biomasseverband.at. Die Konferenz wird simultan übersetzt und in deutscher, italienischer sowie englischer Sprache abgehalten.

Rückfragen & Kontakt:

DI Christoph Pfemeter
Österreichischer Biomasse-Verband
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www.biomasseverband.at

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