"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Nachbohren bei Borat"

Der Hauptdarsteller im Kasachen-Krimi muss sofort vor den U-Ausschuss.

Wien (OTS) - Zum Aufwärmen geht es heute noch einmal um die "Bespitzelung" von Peter Westenthalers Handy (siehe Seite 3). Ob der Rabauke wirklich nur ein unschuldiges Opfer war, entscheidet wohl sein politische Schicksal.
Danach rollt ein echt schweres Kaliber an. Der kasachische Ex-Botschafter Rakhat Alijew kündigt im KURIER Enthüllungen an, "die für einige Personen in Österreich sehr unangenehm werden". Ex-SPÖ-Politiker hätten vor Ort Kontakt mit dem kasachischen Geheimdienst gehabt, noch hochaktive FPÖ-Politiker wurden von dessen heimischen Helfern "benutzt, ohne es zu wissen". Als Ex-Schwiegersohn des diktatorischen Regime-Chefs in seiner Heimat in Ungnade gefallen, ist Alijew selber Partei. Was er über die Rolle heimischer Parteien sagt, gehört aber dringend vor den Ausschuss: Warum mischten Politiker gleich mehrerer Couleurs in einem Konflikt in einer fernen zentralasiatischen Diktatur derart engagiert mit? Gab es in der Tat sehr naheliegende Interessen?
Und mehr denn je stellt sich die Frage: Was treibt Ex-VP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der selbst mit dem Regime in Kasachstan in Geschäftsverbindung steht, unter diesen bizarren Umständen den Vorsitz im Spitzel-Ausschuss zu übernehmen?

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