"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Land der Karpfen"

Die Regierung stellt kleinliches Parteidenken über die Interessen des Landes.

Wien (OTS) - Österreich hat die Chance auf einen einflussreichen Posten in Brüssel. Wir könnten Vizepräsident der EU-Kommission werden, in der Brüsseler Bürokratie einbringen, was uns immer schon gestört hat und bei der Neuausrichtung des Nach-Krisen-Europa ein gewichtiges Wort mitreden.
Eigentlich ein Grund zum Jubeln für viele - für Europhile, denen die Union ein Anliegen ist, aber auch für Patrioten, die wollen, dass wir was gelten in der Welt.
Doch wo bleibt der Jubel? Zum Beispiel bei der ÖVP, die sich gleichermaßen als Europa-Partei wie als rot-weiß-rote Österreich-Partei ausschildert. Kann es sein, dass das patriotisch-europäische Herz der ÖVP leiser schlägt, wenn sie um einen Posten umfällt? Lieber einen unbedeutenden schwarzen Fisch-Kommissar als einen einflussreichen roten Vizepräsidenten? Land der Karpfen, zukunftsreich?
Nicht viel besser SPÖ-Chef Werner Faymann. Statt als Kanzler alle Anstrengungen zu unternehmen, für sein Land das Beste in Brüssel herauszuschlagen, redet er eilig Österreichs Chancen klein. Politiker sollten tunlichst nicht mehr lamentieren, wenn einfache Österreicher das europäische Projekt gering schätzen. Sie zeigen vor, wie?s geht.

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