AK warnt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Bei Gold-Sparplänen von KB Edelmetall zahlen KonsumentInnen drauf

Wien (OTS) - "Krisensicher", "wertbeständig" und "inflationsgeschützt" wird Gold von KB Edelmetall angepriesen. VerbraucherInnen wandten sich an die AK, was es mit den Gold-Sparplänen auf sich hat. "Vorsicht", warnt AK Konsumentenschützer Christian Prantner, "gerade in Krisenzeiten versuchen Geschäftemacher immer wieder, Konsumenten das Geld aus der Tasche zu ziehen." Bei den Gold-Sparplänen zahlen Verbraucher drauf:
Viele hohe Kosten und die Risiken von Gold-Investments werden verschwiegen. Der Goldpreis ist teurer als marktüblich. Die Vertragsbedingungen sind mangelhaft. Außerdem werden die MitarbeiterInnen von KB Edelmetall mit hohen Provisionen geködert. Als Vermögensberater brauchen sie eine Gewerbeberechtigung. Wer keine hat, kann bei der Gewerbebehörde angezeigt werden.

Die Firma KB Edelmetall (www.kb-edelmetall.de) bewirbt VerbraucherInnen mit so genannten Sparplänen in Edelmetall. Die Firma KB Edelmetall sitzt in München (KB Kapital & Business GmbH) sowie in Luzern (KB Edelmetall GmbH Luzern), wobei Zahlungsempfänger die Business GmbH in München ist. Laut Vertrag gilt Schweizer Recht. Das Depot, wo das angekaufte Kundengold eingelagert wird, ist in der Schweiz bei einem angeblich renommierten Bankinstitut.

Ratsuchende VerbraucherInnen berichteten in der AK Beratung, dass die Goldberichte der Vermögensberater euphorisch sind. Über Verkaufsmarge oder Kosten wird wenig geredet. Eine Analyse der Unterlagen von KB Edelmetall durch die AK Konsumentenschützer zeigt:

Goldsparer mit einem Ratenkaufvertrag müssen eine pauschale Einrichtungsgebühr von 1.500 Euro zahlen (entfällt bei Einmalanlagen) und haben dafür den beworbenen "Vorteil", einen KB-Vorzugspreis von drei Prozent beim Kauf gegenüber einem regulären KB-Verkaufspreis zu bekommen. Allerdings liegen diese Vorzugspreise von einem Gramm KB-Goldbarren merklich über vergleichbare Marktpreise in Österreich. Wer sich das Gold schicken lässt, zahlt fünf Prozent Versandkosten von der einbezahlten Summe (entfällt ab 3.000 Euro). Überdies sind noch zwei Euro Kontoführungsgebühr pro Monat fällig (Erstellung und Versand von Kontoauszügen). Alleine Versandkosten sowie Kontoführungsspesen betragen bei einem Goldsparer 4,50 Euro, wenn er zum Beispiel 50 Euro Monat für Monat zur Seite legt. "Einrichtungsgebühr, Versand- und Kontokosten läppern sich und sind für kleine Sparer echte Rendite-Zerstörer", betont Prantner.

Die Risiken von Gold-Investments bleiben im Dunklen. "Der Goldpreis unterliegt erheblichen Preisschwankungen", sagt Prantner. Bei den von KB Edelmetall beworbenen Vorteilen fehlt allerdings der entscheidende Hinweis, dass Goldsparer beim Goldankauf von KB (etwa 35,89 Euro je Gramm am 2.9.) wesentlich mehr hinlegen müssen als sie beim Rückkauf des Goldes durch KB (26,63 Euro je Gramm) erzielen. Neben den beträchtlichen Kosten muss der Sparer erst diese fast 26-prozentige Spanne (bzw. Abschlag vom Ankaufspreis) durch Wertsteigerungen über die Behaltedauer verdienen. "Ein Goldsparer, der nach einigen Jahren aus dem Vertrag aussteigt ,etwa wegen Geldbedarfes, bleibt auf den Kosten sitzen, wenn kräftige Wertsteigerungen des Goldes ausbleiben", kritisiert Prantner.

Die Vertragsklauseln sind dürftig. So fehlt etwa im Kauf- oder Ratensparvertrag das Valutadatum für An- und Verkäufe. "Es bleibt offen, wann KB die Goldtransaktionen tätigt", so Prantner. Es gibt außerdem keinen Depotvertrag - Gold liegt angeblich bei UBS in der Schweiz.

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