Klärung der Umstände des "versunkenen Baumes"

Stadthistorische Bedingungen als Ursache

Wien (OTS) - Das Loch beim "versunkenen Baum" am Schottenring ist verfüllt, viele stellen sich aber die Frage, was für dieses plötzliche Auftreten mitten in der Stadt verantwortlich ist. Die MA 29 - Brückenbau und Grundbau hat sich als zuständige Fachabteilung für die Geologie Wiens der Klärung gewidmet und hat die Fakten aus Untersuchungen und Nachforschungen im Wiener Baugrundkataster zusammengefasst.

Nachdem am Montag durch die örtliche Begutachtung der Schadensstelle aktuelle Einbauten in der Umgebung als Ursache ausgeschlossen und die Stelle durch die MA 28 - Straßenverwaltung und Straßenbau gesichert wurde, sind durch die MA 29 - Brückenbau und Grundbau die Untersuchungen weiter geführt worden. Mittels Rammsondierungen wurde am Dienstag die nähere Umgebung dieser Einbruchstelle untersucht. Die Sondierungen ergaben, dass die Lagerungsdichten des Untergrundes den örtlichen geologischen Verhältnissen entsprechen. Es wurden keine weiteren Hohlräume gefunden, und das Loch kann als lokale Erscheinung angesehen werden.

Bauhistorisches Gebiet mit großer Geschichte

Es bleibt aber die Frage, warum sich so ein Hohlraum im Untergrund überhaupt bilden kann und wieso er auftritt. Im speziellen Fall am Schottenring ist die Erklärung aus der städtebaulichen und geologischen Situation in diesem Bereich zu suchen. Der Bereich des heutigen Schottenrings ist baugeschichtlich-geologisch in jüngster Zeit entstanden. Bis vor 150 Jahren verlief in diesem Bereich das Glacis vor den Basteien, die als Stadtbefestigung dienten. Ursprünglich als Schussfeld vor angreifenden Truppen und mit Laufgräben bei den Vorwerken ausgestattet, wurde das Glacis in weiterer Folge mit Baumalleen bepflanzt und als Freizeitgebiet genutzt. Ende 1857 wurde die Schleifung der Basteianlagen beschlossen und das Gebiet somit für den Bau der Ringstraße frei. Mit dieser städtebaulichen Entscheidung wurden in diesen Bereichen viele bauliche Aktivitäten gesetzt, die in letzter Konsequenz heute nicht mehr nachvollziehbar sind. So können nicht ausreichend verfüllte Gräben, alte Kanäle oder Auffüllungen mit biogenem Material (Bäume, Wurzelstöcke, Abbruchholz) im Untergrund verblieben sein.
Durch die Zusammenführung der Ergebnisse des Baugrundkatasters der MA 29 sowie der in ihm enthaltenen Kartenwerke lässt sich eine lokale Störung des Untergrundes in diesem Bereich als wahrscheinliche Ursache für das Einsinken der neugepflanzten Linde angeben.

Vermutlich führten Bäume oder Baumteile, die in diesem Bereich nicht entfernt wurden, alt aufgelassene - möglicherweise eingebrochene Kanäle, ehemals gepölzte verstürzte Laufgräben der Befestigungsanlagen oder Holzlagen in der Abraumschüttung zu der örtlichen Schwachstelle, die in Folge mit der Entfernung und Neupflanzung sowie der Bewässerung zur örtlichen Störung der Untergrundverhältnisse und zum Absinken der neugepflanzten Linde führte.

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