"profil": Harald Krassnitzer: "ORF wird sturmreif geschossen"

Der ORF-Star und Sozialdemokrat kritisiert "Lähmung und Orientierungslosigkeit des ORF" - empfiehlt eine Ausdünnung des Aufsichtsrats und weniger Direktoren

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" diagnostiziert der Schauspieler Harald Krassnitzer im ORF "endloses Herumgeeiere", nennt die SPÖ "ineffizient" und eine "bloße Funktionärspartei" - und er betont seine Distanz zu Werner Faymann.

Scharf kritisiert Krassnitzer die Inkompetenz der Politik im Umgang mit dem ORF. "Sie macht das Unternehmen kaputt. Aus allen politischen Richtungen wird der ORF sturmreif geschossen. Offenbar soll ein Kanal verkauft werden. Dann wäre aber das Unternehmen tot."

Zur ORF-Krise meint Krassnitzer, man spüre "natürlich die Lähmung und die Orientierungslosigkeit des ORF". Leider gebe es "keinen einzigen Vorschlag, wie das Unternehmen verändert werden soll. Und die ORF-Spitze wartet wie das Kaninchen vor Schlange und traut sich nicht, eine Richtung einzuschlagen."

Krassnitzer empfiehlt "einen schmalen Aufsichtsrat ohne Betriebsräte". Zudem müsse man "die Anzahl der Direktoren kürzen, um den ORF effizienter führen zu können und sich weiße Elefanten zu sparen." Der ORF sei es "wert, öffentlich diskutiert zu werden. Sonst sind wir irgendwann so weit, dass in diesem Sender nichts mehr läuft als 24 Stunden Politiker-Palatschinkengesichter."

Werner Faymann will er "am besten gar nicht" beurteilen. "Da erübrigt sich jeder Kommentar. Ich bin Sozialdemokrat. Aber dazu brauche ich nicht zwingend die SPÖ. Ich habe das Gefühl, dass es in der SPÖ nur noch um Partikularinteressen geht. Zu Faymann habe er "keinen Kontakt. Sagen wir so: Es gibt keinen Bruderkuss."

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