JG Wien Frauen an Kardinal Schönborn: Es ist Zeit, um über die Fristenlösung zu reden

Ein "Ja" zur völligen Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten drei Monaten

Wien (OTS) - Die Wiener SPÖ hat am letzten Landesparteitag einen Antrag der Jungen Generation Wien angenommen, der auf eine nachhaltige Veränderung der Fristenlösung abzielt. Es stimmt, dass die Festschreibung im Strafgesetzbuch diese prinzipiell als Delikt ausweist, ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten drei Monaten jedoch straffrei gestellt ist. Um die gesellschaftlichen Veränderungen, die es seit 1975 gegeben hat, auch im geltenden Recht niederschreiben zu können, bedarf es einer gänzlichen Herausnahme der entsprechenden Paragraphen und die Schaffung eines eigenen Schwangerschaftsabbruchgesetzes. Ein Abbruch innerhalb der gesetzlichen Frist soll von niemandem mehr als Delikt begriffen werden.****

Für die Kirche ist Abtreibung keine Lösung, für viele Frauen ist es die einzig logische Möglichkeit, wenn alle oder sehr viele Rahmenbedingungen dagegen sprechen, ein Kind in die Welt zu setzen. Anscheinend hat die Kirche noch immer nicht verstanden, dass keine Frau diesen Schritt einfach aus Jux und Tollerei heraus trifft, sondern dass es sich um eine schwere und wohlüberlegte Entscheidung handelt.

"Wir fordern die Schaffung bundesweiter gesetzlicher Schutzzonen vor jeder Einrichtung, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt, und deren rasche Verankerung im Sicherheitspolizeigesetz", so Isabella Guzi, Leiterin des JG Wien Frauenarbeitskreises. Die Junge Generation fordert außerdem die Möglichkeit, bundesweit den Schwangerschaftsabbruch kostenlos durchzuführen, durch Übernahme der Kosten durch die öffentliche Hand, denn es gibt noch immer Kostenschwankungen von 290 - 1.040 Euro, was für viele einfach finanziell nicht tragbar ist.

"Sehr geehrter Kardinal Schönborn, wir gehen mit Ihnen konform, wenn es heißt, 'wir müssen über die Fristenlösung reden', jedoch sind wir der Meinung, dass am Ende des Diskurses eine andere Lösung stehen muss; nämlich Frauen, die - aus welchen Gründen auch immer - einen Abbruch vornehmen lassen müssen, zu entkriminalisieren, Frauen ihre Wahlmöglichkeit und Selbstbestimmtheit zuzugestehen und nicht ihnen einen durch katholische Kirchenvertreter (also Männer) vorgegebenen Weg aufzuzwingen! Die Trennung von Staat und Kirche hat schon ihre guten Gründe, auch und gerade aus frauenpolitischer Sicht. Wir jedenfalls halten die Fristenlösung für einen der größten frauenpolitischen Erfolge und sehen das 30jährige Bestehen von 'pro:woman' als Grund zum Feiern und wünschen viel Spaß am Fest!" (Schluss) ig/lw

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