Volkshilfe: Recht auf Arbeit gilt auch für AsylwerberInnen

Weidenholzer unterstützt den Vorstoß von SP-Bundesgeschäftsführer Kräuter

Wien (OTS) - Erfreut zeigt sich der Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ. Prof Dr. Josef Weidenholzer über den Vorstoß von Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, den Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen zu erleichtern, da zum Recht auf Asyl auch das "Menschenrecht" auf Arbeit und Bildung gehört. "Dies entspricht einer langjährigen Volkshilfe Forderung. Denn dadurch könnten wesentliche Schritte für eine spätere Integration frühzeitig gesetzt werden und vorhandene Potenziale genutzt werden. Zugleich würde verhindert, dass Menschen, die zur Untätigkeit gezwungen sind und zu wenig Geld zum Leben haben, auf die Idee kommen, sich ihr Einkommen auf illegale Weise zu beschaffen", so Weidenholzer.

Nach geltender Gesetzeslage wäre ein Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen in Österreich theoretisch schon nach drei Monaten vorhanden, wenn nicht ein Erlass des Arbeitsministeriums dies de facto verhindern würde. Arbeiten dürfen AsylwerberInnen nämlich nur als Saisonarbeitskräfte in Gastronomie und Landwirtschaft, wo sie aber kaum Stellen finden, oder als so genannte "Neue Selbständige". Das heißt sie können sich ihr Leben als Konzertpianist verdienen, als Sporttrainerin, als Journalistin oder als Nachhilfelehrer. Oder aber als Sexarbeiterin - oft die einzige reale Möglichkeit. Angstphantasien, wie sie vor allem die FPÖ schürt, der österreichische Arbeitsmarkt werde von Wirtschaftsflüchtlingen überschwemmt werden, nimmt Weidenholzer mit dem Verweis auf Deutschland den Wind aus den Segen. Dort haben AsylwerberInnen schon seit zehn Jahren nach zwölf Monaten Aufenthalt einen Zugang zum Arbeitsmarkt, ohne dass deshalb die Zahl der AsylantragstellerInnen gestiegen wäre. Im Gegenteil sind die Zahlen bis 2006 sogar leicht gesunken und halten sich seitdem auf einem stabilen Niveau.

Weidenholzer begrüßt auch die Initiative der Europäischen Kommission, den Arbeitsmarkzugang für AsylwerberInnen generell nach sechs Monaten zu öffnen. "Ein Umdenken in der Asylpolitik ist dringend notwendig. Menschen, die in Österreich Schutz vor Verfolgung suchen, muss das Ankommen in der neuen Heimat erleichtert werden und nicht durch unnötige Hürden erschwert", appelliert Weidenholzer an die Bundesregierung, den sinnvollen Vorschlag ernsthaft zu diskutieren.

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