FP-Matiasek: Tierschutz vor Tradition! - "Sommerfrische" für Fiaker-Pferde gefordert

Mehr Kontrollen, härtere Strafen, Verlagerung der Standorte weg von den Innenstadtstraßen

Wien, 28-08-2009 (fpd) - Eine Art "Sommerfrische" für Fiaker-Pferde, sowie mehr Kontrollen und härtere Strafen für uneinsichtige Fiaker forderte heute die Tierschutzsprecherin der FPÖ-Wien, LAbg. Veronika Matiasek angesichts der katastrophalen Zustände, mehrheitlich in Form von Tierquälerei, die die jüngsten Kontrollen wieder ans Tageslicht brachten.

Das Ergebnis der am Mittwoch stattgefundenen Schwerpunktaktion der Polizei, bei der insgesamt 50 Fiaker überprüft wurden, sei wieder erschreckend schlecht ausgefallen. Dieses Mal allerdings war nicht der erhöhte Alkoholpegel der Kutscher das Problem. Beinahe die Hälfte der kontrollierten Gespanne mussten wegen ihres desaströsen Zustandes zur Anzeige gebracht werden, die meisten davon wegen zum Teil grausamen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Fünf Kutschern wurde die Weiterfahrt überhaupt gänzlich untersagt, da der vor Ort anwesende Amtstierarzt fürchterliche Verletzungen und schwerwiegende Kreislaufprobleme bei den Pferden feststellte. Eines der Tiere bot wohl einen besonders kläglichen Anblick. Bis auf die Knochen abgemagert und mit schmerzhaften, bereits blutenden Abschürfungen hatte es sein herzloser Besitzer trotzdem weiterhin im Einsatz. Die Quintessenz dieser Kontrolle sei daher, dass ein Vorkommen von Tierquälerei bei den Fiakern nicht einfach nur die Ausnahme sei. Stadträtin Frauenberger habe nun nicht mehr die Zeit auf die Fertigstellung irgendwelcher Studien zu warten, sondern müsse sofort handeln. Jene polizeiliche Schwerpunktaktion bringe genügend Fakten und Tatsachen auf den Tisch, um die Einführung härterer Strafen, vor allem für die Missachtung des Tierschutzgesetzes, zu rechtfertigen.

Sie, Matiasek, fordert zudem die Stadt Wien auf, die Wiener Fiakerpferde-Besitzer per Gesetz dazu zu verpflichten, ihren Tieren eine Art "Sommerfrische" zu gewähren. Der Großteil der Kutschenpferde verbringe das ganze Leben auf Wiens asphaltierten Straßen und in dunklen Stallboxen, ohne Chance auf ein natürliches Grasen auf einer Wiese. Von artgerechter Haltung könne hierbei keinesfalls die Rede sein. Im Konkreten solle daher jedem Tier zumindest einmal im Jahr eine mehrwöchige Ruhepause auf großflächigen Weiden, die ausreichende Bewegungsfreiheit bieten, zugestanden werden. In Wien sei dies freilich für die Stadtpferde auf Grund des Platzmangels nicht möglich. Die Weideflächen sind daher im ländlichen Umfeld zu suchen, wo sich mit Sicherheit kostengünstige Einstellplätze finden würden, fordert Matiasek.

Abschließend sei festgehalten, dass die Wiener Fiaker zwar auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken, der Tierschutz müsse allerdings in der heutigen Zeit vorrangig sein. Wenn dies weiterhin nicht bzw. derart schlecht funktioniere, müsse entweder ein komplettes Fahrverbot für Fiaker in Wien angedacht werden oder aber zumindest eine Verlagerung der Standorte, weg von den vielbefahrenen Innenstadtstraßen in die Grünbereiche Wiens, wie etwa im Prater oder Schönbrunn. Dies wäre nicht nur im Sinne der Tiere, die vom Straßenlärm verschont blieben sondern würde auch eine deutliche Entlastung der Verkehrssituation nach sich ziehen, schlägt Matiasek abschließend vor. (Schluss) hn

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