WKÖ begrüßt Diskussion über erleichterten Arbeitsmarktzugang für Asylwerber

Befristete Beschäftigungsbewilligung - Gefahr der Verdrängung am Arbeitsmarkt nicht gegeben - weniger Steuermittel für Grundversorgung bei legaler Beschäftigung

Wien (PWK634) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßt den heutigen Vorschlag von SPÖ-Generalsekretär Kräuter zur Lockerung des Arbeitsmarktzugangs für Asylwerber. "Die WKÖ fordert schon seit Jahren einen erleichterten Arbeitsmarktzugang für Asylwerber, daher freut es uns, dass nun auch von der SPÖ Überlegungen in diese Richtung getroffen werden", so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ.

Asylwerber sind in unserem Land legal aufhältig, verfügen zum Teil über am Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikationen und möchten in den meisten Fällen auch gerne arbeiten. Daher fordert die WKÖ einen erweiterten Zugang von AsylwerberInnen zum Arbeitsmarkt, der über Saisoniertätigkeiten hinausgehen soll. Asylwerber sollen nach spätestens 6 Monaten eine auf jeweils ein Jahr befristete Beschäftigungsbewilligung bekommen können. Die Gefahr der Verdrängung am Arbeitsmarkt besteht nicht, da Asylwerber nach wie vor ein Bewilligungsverfahren beim AMS durchlaufen müssten. Das AMS darf eine Beschäftigungsbewilligung nur dann erteilen, wenn die konkrete Stelle nicht von arbeitslosen Österreichern bzw. zum österreichischen Arbeitsmarkt bereits zugelassenen Ausländern besetzt werden kann.

"Es ist ökonomisch sinnvoll, AusländerInnen, die legal in Österreich leben und über eine nachgefragte Qualifikation verfügen, eine Beschäftigung zu ermöglichen und damit Stellen zu besetzen, die ansonsten frei bleiben würden. In manchen Branchen wie zB dem Gesundheits- und Pflegebereich besteht nach wie vor eine große Nachfrage nach Arbeitskräften", argumentiert Gleitsmann. Gleichzeitig würde das Verständnis in der Bevölkerung für Asylwerber größer, wenn sie selbst maßgeblich zu ihrem Unterhalt beitragen und nicht von der Grundversorgung leben müssen. Und nicht zuletzt ermögliche eine Beschäftigung den Asylwerbern, ein legales Einkommen zu erwirtschaften.

"Wenn man bei der Erleichterung des Arbeitsmarktzugangs für Asylwerber mit Augenmaß vorgeht, so schafft man Vorteile für Asylwerber, Wirtschaft und den Staat, in dem Kosten für die Grundversorgung gespart werden", bekräftigt Gleitsmann die WKÖ-Position. (Rh)

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