AK: Schule kostet Eltern jährlich 740 Millionen Euro extra

Von Schulmaterialien bis Nachhilfe: Bildung wird immer mehr zur Frage der Brieftasche - AK verlangt Entlastungsprogramm für die Eltern

Wien (OTS) - 740 Millionen Euro im Jahr! So viel müssen die Eltern in Österreich für Schulkinder in Summe extra ausgeben, zeigt eine AK Studie. Erhoben wurden die Kosten, denen die Familien entweder gar nicht oder nur schwer ausweichen können - für Schulmaterial, Selbstbehalte, Schulveranstaltungen, Nachhilfe oder die Anschaffung eines PCs oder Notebooks. "Bildung wird immer mehr zur Frage der Brieftasche", sagt dazu AK Präsident Herbert Tumpel, "da ist es kein Wunder, wenn der Besuch einer weiterführenden Schule mehr vom Lohn oder Gehalt der Eltern abhängt als von den Fähigkeiten des Kindes." Für gleiche Chancen muss Bildung für alle leistbar sein, verlangt der AK Präsident. Er will unter anderem Verbesserungen bei der SchülerInnenbeihilfe, die Abschaffung der Selbstbehalte für Schulbücher und Schulfreifahrt und den Ausbau der Ganztagsbetreuung.

Es beginnt mit Schultasche, Stiften, Heften und Federschachtel für Taferlklassler, setzt sich fort mit Selbstbehalten für Schulbücher und Schulfreifahrt und Ausgaben für Bücher, die extra angeschafft werden müssen - und dann ist noch Sportwoche, und das Kind braucht Nachhilfe: Eltern haben den Eindruck, dass sie für die Schule nur zahlen müssen. Zu Recht, zeigt die Studie der AK. Schon ohne die Kosten für Verpflegung, eventuelle Nachmittagsbetreuung oder Privatschulgeld summieren sich ihre Ausgaben gewaltig:

+ 380 Millionen Euro jährlich zahlen alle Eltern von Schulkindern für Schulmaterial, Selbstbehalte und Schulausstattung: Am günstigten ist das noch in der Volksschule mit durchschnittlich 300 Euro pro Jahr und Kind. Am teuersten sind Kinder in berufsbildenden Schulen:
Knapp 660 Euro kostet es, die Tochter, den Sohn etwa an Tourismusschulen auszustatten, weil hier die Anschaffung eigener Geräte wie Küchenmesser erwartet wird.

+ 170 Millionen Euro jährlich werden für Schulveranstaltungen ausgegeben. Am günstigsten sind Exkursionen (68 Euro im Jahr), am teuersten Sprachwochen (612 Euro im Jahr). Die Konsequenz: Ein Viertel der Kinder nimmt an Schulveranstaltungen nicht teil, weil es sich die Eltern nicht leisten können.

+ 140 Millionen Euro jährlich legen die Eltern zusätzlich für private Nachhilfe drauf. Betroffen ist jede fünfte Familie, im Schnitt zahlen die Eltern 300 Euro pro Kind und Jahr.

+ 50 Millionen Euro jährlich müssen Eltern meist in der Oberstufe noch für einen PC oder ein Notebook für das Kind zahlen; wobei sie im Schnitt 1.150 Euro ausgeben.

Das macht in Summe 740 Millionen Euro - "eine Belastung für die Eltern, die dringend reduziert werden muss", so AK Präsident Herbert Tumpel: "Vor allem darf weiterführende Bildung nicht an den Kosten scheitern." Dafür verlangt die AK ein Entlastungsprogramm:

+ Die SchülerInnenbeihilfe soll es bereits ab der neunten Schulstufe geben - und zwar lediglich abhängig vom Familieneinkommen, nicht auch vom Notendurchschnitt.

+ Abschaffung der Selbstbehalte für Schulbücher und Schulfreifahrt, außerdem Aufstockung der Schulbuchkontingente, damit Eltern nicht zusätzlich Bücher kaufen müssen.

+ Für Hausübungen, Projekte und Recherchen sollen PC und Internet der Schulen benutzt werden können.

+ Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung: So sollen die Eltern von privaten Nachhilfeleistungen entlastet werden.

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