11.000 Jugendliche ohne Arbeit: AK fordert erneut Jugend-Ausbildungsgesellschaft

Linz (OTS) - Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen in Oberösterreich heuer um 70 Prozent erhöht! 15,5 Prozent der 20 bis 24-Jährigen sind ohne Berufsausbildung. Und das Angebot an Lehrstellen geht gerade jetzt in der Wirtschaftskrise weiter zurück. In den nächsten Jahren werden noch mehr Jugendliche ohne Berufsausbildung dastehen. Die AK Oberösterreich fordert daher erneut eine Jugend-Ausbildungsgesellschaft, die jedem jungen Menschen in Oberösterreich eine Berufsausbildung garantiert.

Betrachtet man nicht nur die Zahlen der gemeldeten arbeitslosen Jugendlichen, sondern die Gesamtheit der Jugendlichen, die auf Arbeitssuche sind, zeichnet sich ein sehr dramatisches Bild: Auch wenn in Oberösterreich die Lage noch besser als in anderen Regionen ist, waren im Juli 2009 10.981 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos, in Schulungsmaßnahmen oder auf der Suche nach einer Lehrstelle. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3461. Junge Menschen, deren Potenziale nicht genützt werden und die von der Gesellschaft damit vermittelt bekommen, nicht gebraucht zu werden!

Als Hauptursache für die hohe Jugendarbeitslosigkeit sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer einen Lehrstellenmarkt, der immer schlechter funktioniert: "Trotz vieler Fördermillionen ist die Bereitschaft zur Ausbildung stark von der Konjunktur abhängig. Die Betriebe bilden jetzt wieder weniger aus. Dabei ist der Anteil der Ausbildungsbetriebe in Österreich bereits zwischen den Jahren 1980 und 2005 von 24 Prozent auf zwölf Prozent gesunken." Dieser Trend wird durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt.

"In den nächsten Jahren stehen uns daher nicht nur Tausende Jugendliche ohne jegliche Perspektiven am Arbeitsmarkt, sondern auch ein eklatanter Fachkräftemangel bevor", warnt Kalliauer. Er bleibt bei seiner Forderung: "Oberösterreich braucht eine Jugend-Ausbildungsgesellschaft, die jedem Jugendlichen eine ordentliche Berufsausbildung garantiert." Die so genannte Ausbildungsgarantie des Landes stellt dies im Moment nicht sicher.

Die Kernaufgabe dieser Gesellschaft wäre die Entwicklung und Koordination der Berufsausbildung in Oberösterreich. Bedarfsorientiert sollen Ausbildungsmöglichkeiten entwickelt, organisiert und deren Qualität kontrolliert werden.

Die AK schlägt vor, die Jugend-Ausbildungsgesellschaft als Landesagentur zu führen, die alle Aktivitäten zur Jugendausbildung koordiniert. Getragen werden soll die Gesellschaft von den Sozialpartnern. Die Leitung würde paritätisch erfolgen. Land und Arbeitsmarktservice sowie weitere relevante Institutionen in Oberösterreich sollen entsprechend eingebunden sein. "Wir sind bereit, 500.000 Euro in die Gesellschaft einzubringen", so Kalliauer.

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